Plattenkritik

NOFX - Coaster

Redaktions-Rating

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Release Date: 24.04.2009
Datum Review: 23.04.2009

 

Wenn Bill Stevenson sein Nest im mittleren Westen verlässt und außerhalb seines renommierten “Blasting Rooms“ ein Album abmischt, dann muss schon etwas dahinterstecken. In diesem Fall Punkrock-Tycoon Fat Mike und seine Gesellen namens NOFX, welche im letztes Jahr ihr 25. Jubiläum feierten und innerhalb eines Monats neben “Coaster“ auch eine sehr empfehlenswerte Doku namens “Backstage Passport“ veröffentlichten.

Den eingeschlagenen Weg der DVD setzt “Coaster“ konsequent fort, indem es neben dem üblichen Ulk-, Sauf- und Drogenstories a la NOFX erneut persönlichere Einblicke ins Seelenleben von Fat Mike gewährt. In “My Orphan Year“ verarbeitet er so den Tod seiner Eltern und die gestörte Beziehung zu seinem Vater. In gewohnter Weise bekommen natürlich auch die christlichen Fundamentalisten ihr Fett weg, die gegenwärtige Situation in den USA fristet dagegen ein Schattendasein und wird nur in “We Called It America“ thematisiert.

Für gewöhnlich sind die Lyrics eines NOFX-Albums die halbe Miete, so gibt man sich auch auf “Coaster“ keine Blöße. Musikalisch bleibt allerdings auch nach mehrmaligen Durchläufen wenig Spannendes hängen. Die Gitarren sind cleaner geworden und die Aggression ist somit ein wenig auf der Strecke geblieben. Ab und zu schleichen sich ein paar Offbeats und eine Trompete ein, “I Am An Alcoholic“ wartet mit alt bekannten Jazz-Elementen auf und El Hefes Solis sind immer noch von bester, Eric Melvins Gesang immer noch von schlechtester Qualität.

Alles in allem halten sich guter und schlechter Durchschnitt die Waage. Wirkliche Ausrutscher nach unten (“Creeping Out Sara“) und nach oben (“The Quitter“, “My Orphan Year“) sind somit rar gesät. In eine NOFX Setlist im Jahre 2015 wird es wohl kaum ein Song schaffen und der erwatungsfrohe Hörer bleibt ein wenig enttäuscht zurück. Vielleicht wäre Bill Stevenson besser Zuhause geblieben...





Tracklist:

01. We Called It America
02. The Quitter
03. First Call
04. My Orphan Year
05. Blasphemy (The Victimless Crime)
06. Creeping Out Sara
07. Eddie, Bruce And Paul
08. Best God In Show
09. Suits And Ladders
10. The Agony Of Victory
11. I Am An Alcoholic
12. One Million Coasters

Alte Kommentare

von SCHNEIDER 23.04.2009 20:49

wird gekauft

von taschenmumu 23.04.2009 22:21

ich bin fast schon traurig. wo is der drive den alben wie "Punk in Drublic" oder "So Long and Thanks for All the Shoes" geblieben!? :o( kaufen werd ich's wohl trotzdem. blöd wenn man alle hat und die letzte fehlt. vielleicht wächst die platte ja mit der zeit.

von taschenmumu 23.04.2009 22:22

watt ein schlechter deutsch. sorry

von ben 24.04.2009 09:08

der stream is leider gottes wirklich todeslangweilig

von Choke 24.04.2009 10:36

Hat Zeit...

von xn 24.04.2009 11:46

"Creeping Out Sara" ist einer der lustigsten songs auf der Platte. Gut, musikalisch ist er keine Meisterleistung.

von Trainer 28.04.2009 20:17

Tach, also ich muss mal eins sagen, natürlich gibt es auf Coaster auch eins, zwei schwächere Lieder (one million coasters; Eddie Bruce and Paul) aber alle anderen haben für mich großes Hitpotential...von daher versteh ich die Fundamentalkritik keineswegs. Ich kenn NOFX seit S&M Airlines und hab wohl jede Veröffentlichung mindestens 1000 mal gehört. Und eins war immer sicher...obwohl sie (zum Glück) nie einen Stilbruch wagten, es herrscht immer Vorfreude aufs nächste Lied und jedes hat seinen eigenen Reiz. Eine richtige Enttäuschung gab es zumindest nie!!!! Wie man zudem >Best god in show< als langweilig bezeichnen kann, bleibt mir in ein absolutes Rätsel. Erstens musste das mal gesagt werden und zudem passt der Reggaesound an dieser Stelle des Albums, nach >Eddie Paul and Bruce< wie Faust aufs Auge. Für mich ein Grund für Dauerrepeat. Somit ist das Album in meinen Augen eine weitere Sternstunde in einer Bandhistorie die hoffentlich so schnell nicht enden wird und sich einmal mehr durch den einen Charackterzug der Jungs selber auszeichnet: Sie haben einfach Spaß an dem was sie tun und dabei interessiert es sie (zum Glück)herzlich wenig, ob das irgendwem sonst auch so geht!!! Ansonsten bleibt festzustellen, dass es doch schön ist, wenn eine Band nach 26 Jahren noch enttäuschen, überraschen, zur Diskussion anregen und Freude oder Hoffnung auf ein weiteres Meisterwerk machen kann-und so oder so auf dem nächsten konzert geht jeder auch zu >Eddie, Bruce und Paul< ab...bis denne

von toll 28.04.2009 23:33

...gibts im Underdog noch nicht als Vinyl zu kaufen :-(

von SoupUDR 04.06.2009 19:17

ist übrigens jemandem aufgefallen dass bei der LP Version der Text von Creeping Out Sara andersrum ist? Mike singt da Creeping out Teagan (schreibt man die so?)

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Christian Schroub

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