Plattenkritik

NO DEVOTION - Permanence

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Info

Release Date: 25.09.2015
Datum Review: 07.09.2015
Format: CD Digital

Tracklist

 

01. Break
02. Permanent Sunlight
03. Eyeshadow
04. Why Can’t I Be With You?
05. I Wanna Be Your God
06. Death Rattle
07. 10,000 Summers
08. Night Drive
09. Stay
10. Addition
11. Grand Central

Band Mitglieder

 

Geoff Rickly
Jamie Oliver
Lee Gaze
Mike Lewis
Stuart Richardson

NO DEVOTION - Permanence

 

Der Weg von "No Devolucion" bis NO DEVOTION könnte kurvenreicher kaum sein. Damit ihn der ehemalige THURSDAY-Frontmann Geoff Rickly nicht alleine beschreiten muss, nimmt er die Hilfe der überstürzten britischen Musikpresse eben so gerne in Anspruch wie die von altbekannten Gesichtern im Hintergrund.
 
Herausgekommen ist nach diversen Singles vornehmlich mit und seltener ohne Airplay das Debutalbum "Permanence". Rickly ist ein Fünftel (oder Sechstel) von NO DEVOTION und wollte nur helfen, als den verbliebenen LOSTPROPHETS nach der Verurteilung ihres Sängers die Fragezeichen über den kreativen Köpfen verpufften. Vereint stellen NO DEVOTION erheblich mehr dar als eine Version 2.0 der britischen Chartrocker. Wieviel Detailliebe, Atmosphäre, Vielfalt und Leidenschaft die Musiker mit Hilfe des Regler-Teams um Dave Fridmann (u.a. MGMT, THURSDAY, THE FLAMING LIPS) sowie Stuart Richardson und Alex Newport (u.a. THE SOUNDS, CITY AND COLOUR, FRANK TURNER, THE MELVINS) in die elf Songs buttern, ist beachtlich.

"Break" ist ein Slowmo-Synthiehagel, der spät nachts unter der Bettdecke warmläuft und seine Freiheit dann bei weit geöffnetem Fenster geniesst. Der Opener klingt, als hätten THRICE ihre Hardcore- gegen eine 80’s-Schmachtpop-Vergangenheit getauscht ohne beim Gespür für Hits und Hooks klein beizugeben. „Eyeshadow“ hat viel U2 und EDITORS verschlungen, breitet sich aber gleichzeitig in vielerlei dunkle Postpunk-Ecken aus. Auf „Permanence“ stehen die Ideenampeln auf dauergrün: "Why Can’t I Be With You?“ versucht sich an hallend gehauchter Electronica-Ballade, "Permanent Sunlight“ hingegen ist ein seichter Indiepop-Tupfer, der auch im Formatradio zwischen SNOW PATROL und ARCADE FIRE-Singles Bestand hätte. Gothpop- und Ambience-Einflüsse warten mit dem instrumentalen „Death Rattle“ oder dem düsteren, sechstminütigen  Edelspacerocker „Night Drive“ auf. Die Grundstimmung der Platte kippt selten gen Optimismus, nicht so aber wenn „10,000 Summers“ die Vorhänge aufzieht. Auf einmal zählen auch Stadionrockgitarre und ausgebreitete Arme im Refrain. Tanzen, schmollen, träumen, Erlebtes teilen - „Permanence“ ist dabei. Vor allem aber überrascht ein umtriebiger Geoff Rickly mit weitaus mehr als einer weiteren alternativen Ausflucht in Richtung Postrock oder Hardcore.

 


 

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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