Plattenkritik

NO FUN - How I Spent My Bummer Vacation

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Info

Release Date: 18.09.2015
Datum Review: 14.09.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Love Is Pain
02. Ode an die Freude
03. Until My Heart Explodes
04. Cats From Hell
05. Nightmare 4AM
06. Dirty Nails
07. Kiki
08. Angry Fruit
09. Pull The Trigger
10. Peter Says
11. Mulholland Drive
12. Pizza Song

NO FUN - How I Spent My Bummer Vacation

 

NO FUN kommen aus Nürnberg/Berlin. Großgeworden sind die 3 in der Nürnberger Musikszene, bis es Sängerin Andreya nach Berlin verschlug und sich auch der Rest der Band der Entscheidung umzuziehen anschloss. Nicht zu verwechseln sind die 3 mit der 4 Mann (bzw. 3 Mann und 1 Frau) starken Band aus Brooklyn, New York, die auf denselben Namen hört, allerdings nur von 2010-2012 existierte. Bei der Google Suche taucht trotzdem zuerst die Bandcamp Seite der US-Amerikaner auf – hoffentlich gibt das mal nicht noch Ärger.

Aber auch als deutsche Punkband klingen NO FUN sehr international. Ohne Promotext und ausschließlich mit CD bewaffnet, hätte ich die Nürnberger mit Sicherheit nicht nach Bayern gesteckt.

Hinter dem alten Foto, welches als Plattencover dient und mir extrem gut gefällt, steckt 12 mal 80’s Punkrock mit ein bisschen Blues und Soul. Kein klassischer „Voll-auf-die-Fresse“-Punk Rock, wie man ihn von anderen Punk Bands (wie den Barb Wire Dolls) mit Frauen am Mikro kennt, sondern viel lockerer und eingängiger und damit im Gesamten nicht so sperrig, sodass die Songs auch gut im Hintergrund laufen können, ohne zu viel Raum einzunehmen. Und das ist alles andere als negativ gemeint! Nicht immer muss die Musik den kompletten Raum einnehmen, um gut zu sein. Im Gegenteil. Denn so wird die CD auch beim x-ten Durchhören nicht langweilig oder gar nervig, obwohl sich die ersten Refrains schon nach dem ersten Hördurchgang in der Ohrmuschel festgesetzt haben.

Frauenstimmen haben es bei mir immer etwas schwerer, da diese meistens nicht direkt meinen Geschmack treffen. Musik ist und bleibt Geschmackssache. Bei NO FUN überzeugt mich jene Frauenstimme aber von vorne bis hinten. Hier macht es selbst mir Spaß der Stimme zu lauschen. NO FUN machen Fun. Und zwar von vorne bis hinten. Egal ob sie von Liebe, Alkohol oder Pizza singen. Spaß macht es immer der hohen Stimme von Sängerin Andreya zu lauschen. Und dabei klingt diese eher nach der süßen Nachbarin, als nach der harten, taffen Punk Rockerin. Auch wenn sie zum Schreien ansetzt - dann ist es halt die wütende, süße Nachbarin. Macht aber gar nichts bzw. ist sogar gut so. Warum unnötig auf hart machen, wenn das Ganze so viel ehrlicher klingt?!

„How I Spent My Bummer Vacation“ ist ein Album das von vorne bis hinten Spaß macht. Punk, wie man ihn nicht an jeder Straßenecke findet, gepaart mit einer sympathischen, ehrlichen Frauenstimme. Vielleicht sollte man sich doch in FUN umbenennen, um den amerikanischen Kollegen aus dem Weg zu gehen und die Gefühlslage beim Hören besser widerzuspiegeln. Obwohl,… dann gibt es Probleme mit der nächsten Ami-Band,…

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Janik

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Janik E. // 22 // love music. hate fascism.

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