Plattenkritik

NO WEATHER TALKS - Undoing Defeat

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Info

Release Date: 24.07.2015
Datum Review: 14.07.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. The Poetry Of A Life Rediscovered Will Put An End To The Deadly Stranglehold Of The Commodity
02. Problems With Pleasure
03. Any City's Song
04. Road Rash
05. Nazi Scum Has Gotta Die
06. A Scene Less Sinister
07. Picture Perfect Propaganda
08. Reclaim The Night
09. No More (Minimum Wage Song)
10. Silent Scapegoats
11. Shake It Off
12. A Toast To Revolutionary Souls

Band Mitglieder

 

Jens // Micha // Peder // Fred // Mäx

NO WEATHER TALKS - Undoing Defeat

 

Wie ein verkaterter Morgen beginnt "Undoing Defeat", doch zu "The Poetry Of A Life Rediscovered Will Put An End To The Deadly Stranglehold Of The Commodity" versackt der Intellekt noch im Titel. Mit verklebten Augen und kurzen Nächten sollten sich NO WEATHER TALKS mittlerweile auskennen. Neben "reisefaul" will die Punkband um Frontfrau Fred jedenfalls nicht im Emopunk-Duden abgedruckt werden. Höchste Zeit für etwas physischen Output, der länger greifbar bleibt als die norddeutsche Band in Clubs oder Kellern aufspielt.
 
Gaines-Kiel, Rock City - muss es in Echt heissen. NO WEATHER TALKS haben keine Zeit zu verlieren und teilen sich neben einem Hit namens "Shake It Off" auch den offensichtlichen Bock auf Pop mit TAYLOR SWIFT. Allerdings in gesundem Maß. Die Hardcorepunk-Vergangenheiten von u.a. TACKLEBERRY und JUST WENT BLACK haben dem melodischen bis seichten Collegepunkrock weniger angehaftet als etwa JAWBREAKER oder rockigere GAMEFACE. Dank cleverer Vernetzung spielte die Band noch vor ihrem ersten Geburtstag auf dem FEST in Florida, wo sie seitdem gern gesehene Stammgäste sind. Ein Albumrelease hingegen durfte aufgeschoben werden, passen die kleinen 7"-Platten doch auch viel besser ins Handgepäck. "Undoing Defeat" teilt sich nun Aspekte wie Catchyness und Singalongs mit dem Großteil des hiesigen Bandkaders: "Any City´s Song" klingt wie eine Garagenversion von SAMIAM, "Problems With Pleasure" kniet sich feuchtfröhlich ins Vorprogramm von IRON CHIC, "Picture Perfect Propaganda" verlässt sich auf gekloppte Drums und warme Refrain-Chöre. Die Songs sind zugänglich und größtenteils durch die markante Stimme geprägt, auch schaffen NO WEATHER TALKS mit ihrem Sound direkt eine gesunde Kumpelbasis. Perfektion und Empfindlichkeit wohnen woanders, hier regiert der Bock auf die Sache. Das soll so und nicht anders auch sein, jedoch verheddern sich Peder, Fred, Mäx, Jens und Micha gelegentlich in ihrem gemütlichen Geflecht. "Silent Scapegoats" etwa löst sein Versprechen nur stockend ein und streckt Müdigkeiteserscheinungen von sich. "A Scene Less Sinister" stiehlt in der Albummitte mehr Drive als nötig. "Problems With Pleasure" oder eben "Shake It Off" beweisen drum herum, wie unangestrengt kleine Hits im Hause NO WEATHER TALKS möglich sind. Selbst ein Titel wie "Nazi Scum Has Gotta Die" lädt (musikalisch) noch die Sonne und die Einflüsse aus besseren Emopunktagen rein. Aus jeder Himmelsrichtung strömen kerngesunde Riffs und die schaumige Power der vorausgeschickten Singles - jedoch fehlt "Undoing Defeat" hier und da ein Hieb in die Rippen, um nicht zu früh dem verkaterten Morgen vorzubeugen.

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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