Plattenkritik

Nahemah - The Second Philosophy

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Release Date: 26.01.2007
Datum Review: 26.12.2006

Nahemah - The Second Philosophy

 

Spanien ist wohl den meisten als nettes Urlaubsland bekannt, aber wahrscheinlich weniger als Schmiede für talentierte Bands. Dementsprechend ist es auch kein Wunder, dass eine Band wie eben NAHEMAH mit ihren ersten beiden Album von der breiten Masse gänzlich vernachlässigt wurde, bis eben Lifeforce Records sich anschickte der weiten Welt den düsteren und dichten Sound der Spanier zu präsentieren. Sperrig und Hymnisch zugleich, das sind wahrscheinlich die zwei Attribute die diesen Silberling am ehesten beschreiben können. Hier wird zwischen den Schnittstellen von Bands wie Opeth und Mogwai der düsteren Seite des Lebens gefrönt, ohne dabei den positiven Ausblick in der Musik zu vergessen.

Man kann wahrlich überrascht sein von dieser spanischen Band, die auch mir persönlich bis vor kurzem nichts gesagt hat, aber nun halte ich ihr Lifeforce Debüt, "The Second Philosophy", in meinen Händen. Es ist sehr schwer diese Band in eine musikalische Schublade zu stecken, was aber prinzipiell nichts Negatives sein muss. Die eingangs erwähnten Vergleiche mit Bands wie Opeth, Mogwai und einem Schuss Isis erweisen sich aber als hilfreiche Eckpfeiler des sehr progressiven und düsteren Sounds NAHEMAHS. Die Band versteht es einen in ihren Bann zu ziehen. Ahnt man in den ersten Sekunden des Openers „Siamese“ noch nichts Böses, folgt jenes um so unerwarteter. Breite Gitarrenwände schicken sich an einen förmlich an die Wand zu drücken, düsterer Gesang, der entweder gebrüllt oder hymnenhaft gesungen wird, untermalt diesen Effekt. Ergänzt wird diese Mischung durch vielerlei Elektro-Samples, die eine sehr dichte Atmosphäre beim Hören erschaffen und ihn zu fesseln vermögen. Deutet der erste Track noch dezent an was uns im weiteren Verlauf erwarten könnte, so schafft es der zweite Track auf diesem Album, „Killing My Architect“, direkt diesen Erwartungen gerecht zu werden. Ein wunderschöner Track, der anfangs förmlich explodiert und dann im Mittelteil in elektronische Spielereien verfällt, um dann wieder im Anschluss zu explodieren, bevor einem dann ein sehr schöner Abschluss in Form von Streicher-Melodien bevorsteht. NAHEMAH sind wirklich faszinierend und sicherlich keine Band die man nach einem Hördurchgang ins Herz schließt, doch wenn man diesem Album Zeit lässt entfaltet es sein geniales Konzept, welches einen wirklich fesselt und gebannt lauschen lässt. Erst dann bekommt man eine Ahnung davon was hier erschaffen worden ist und erst dann hört man auf viele Kleinigkeiten, die den Sound der Band einzigartig machen, wie zum Beispiel die melodischen Riffs in „Nothing“, die im krassen Gegensatz zu Text und Gesang stehen, oder das genial melancholische „Subterranean Airports“, dass mich stellenweise ein wenig an Dredg erinnert. Gegen Ende der Platte vernimmt man sogar etwas wie gesteigerte Eingängigkeit, was dem Gesamtsound aber nur gut tut und einen kleinen Hoffnungsschimmer am Ende dieses schwer verdaulichen Brockens übrig lässt.

Eigentlich könnt man die ganze Zeit so fortfahren, aber bevor ich noch eine weitere Seite schreibe, empfehle ich jedem der auf Isis, Neurosis und Opeth steht sich dieses kleine Meisterwerk zu Gemüte zu führen. Einfach nur Groß!

Tracklist:

1. Siamese
2. Killing My Architect
3. Nothing
4. Like A Butterfly In A Storm
5. Change
6. Labyrinthine Straight Ways
7. Subterranean Airports
8. Phoenix
9. Today Sunshine Ain't The Same
10. The Speech

Alte Kommentare

von linc 24.01.2007 20:41

derart in verzückung haben sie mich jetzt nicht gebracht, aber ich mag die art, wie du das album hier beschrieben hast, kollege:-)

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Dario

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