Plattenkritik

Napalm Death - Smear Campaign

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Release Date: 18.09.2006
Datum Review: 16.09.2006

Napalm Death - Smear Campaign

 

Ich muss offen gestehen: Auch wenn ich mich nun seit längerem intensiv mit der Metalszene befasse und reichlich scheuklappenfrei die verschiedenen Genres untersuche gingen Napalm Death immer an mir vorbei. Natürlich, Interviews hatte ich unzählige gelesen, die politische Einstellung mitbekommen, den Kult um die Band erlebt. Nur gehört hatte ich noch nie etwas.

Smear Campaign nun ist also gewohntes, nichts neues, bewährtes. Wenige Bands können sich den Luxus erlauben, an ihrem Stil relativ wenig zu ändern und über 20 Jahre hinweg konstant beliebt bleiben. Die britischen Grindcore-Vorreiter genießen diesen Sonderstatus, rotzen auf "Smear Campaign" Kotze und Gülle, geben der verkommenen Welt das, was sie verdient.

Musikalisch begeht man wieder den Pfad, den man sich selber ebnete. Fieser Death-Metal mit den old-schooligen Grind-Einschlägen und teilweise norwegisch sägenden Gitarren. Barney gröhlt, singt, keift und schreit über dieser Walze mit beeindruckender Abwechslung.

Songs wie das ultrabrutale "Shattered Existence" oder das pfeilschnelle und völlig erdrückende "In Deference" (mit packendem weiblichem (!) Gesang) sind Kunstwerke des Extremmetals, oft kopiert und nie erreicht. So wie Bolt Thrower ihre Festung niemals aufgeben werden, genauso wenig werden das Napalm Death. Und es mögen abertausende weitere Metalcore-Kapellen daherkommen: Die Härte von Napalm Death bleibt wohl die nächsten 20 Jahre auch unantastbar.


Tracklist:
1. Weltschmerz
2. Sink Fast, Let Go
3. Fatalist
4. Puritanical Punishment Beating
5. When All Is Said And Done
6. Freedom Is The Wage Of Sin
7. In Deference
8. Short-Lived
9. Identity Crisis
10. Shattered Existence
11. Eyes Right Out
12. Warped Beyond Logic
13. Rabid Wolves (For Christ)
14. Deaf And Dumbstruck (Intelligent Design)
15. Persona Non Grata
16. Smear Campaign

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Moritz

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