Plattenkritik

Nations Afire - The Ghosts We Will Become

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Release Date: 31.08.2012
Datum Review: 24.08.2012

Nations Afire - The Ghosts We Will Become

 

Alternativer Strahlemannrock, wie er lokalstolzer nicht sein könnte: Das neue Baby von Brett Rasmussen klingt wie ein Abbild seiner Geburtsstätte: Sonnig, sauber und weit – aber auch genauso oberflächlich, penibel, engstirnig, wie das kalifornische Orange County sich mit all seinen Werten gibt. Das kann „rocken“, wenn man ein Auge zudrückt. Oder enttäuschen wenn man beide Ohren und mögliche Erwartungen (an)spitzt.


War Rasmussen doch zuvor lange bei IGNITE beschäftigt, lernte er über die Jahre die passenden aktiven Gegenpole kennen, mit denen er nun „The Ghosts We Will Become“ präsentiert: Nik Hill (ebenfalls ex-IGNITE), Chris Chasse (ehemals RISE AGAINST) und Todd Hennig, der zuvor die Nachbarschaft mit DEATH BY STEREO beschallte, klemmen sich an die Seite des Sunnyboys und wagen als NATIONS AFIRE einen übergroßen Schritt Richtung Arenabreitseite. So übergroß sogar, dass „I Am An Army“ gleich zu Beginn alle – und somit auch die vorhersehbarsten – Klischees des Radiorockformats auswürgt: Der breite und schallende Mitsing-Chorus, die Sonne aus jeder Ritze kriechend – alles fett und unkompliziert serviert, damit sich bloß keine Lücken oder Fehler finden lassen. Nicht nur, dass jedes Mitglied seine Klamottensponsoren einzeln aufführen darf - auch „One Perfect Day“ oder „Pick Up The Pieces“ wirken, wie von Surfern für Surfer erschaffen: Große Hooklines und Gesten begrüßen LINKIN PARK, die FOO FIGHTERS und SUGARCULT gleichermaßen und passen in beinahe jeden Moment des Tages – solange der Strand nicht zu weit weg ist.
Zeit zum Nachtragen von Sonnencreme lässt gen Ende der A-Seite „Even The Blackest Heart Still Beats“, das mitunter auch von NICKELBACK gebilligt hätte werden können – sich aber hier und heute nicht in Kitsch verheddern möchte.

NATIONS AFIRE zielen jedoch auch mal erfolgreich in Richtung Vergangenheit und Schmackes, wie nicht nur der textliche Faden der LP sondern auch ein treibender Titeltrack oder „Occams Razor“ bestätigen werden. Dabei schütteln die vier Kalifornier nichts aus dem Ärmel, was noch nicht gar oder nicht ausreichend gegengehört worden zu sein scheint. Das „Allstarensemble“ (...) ist somit zwar vorhersehbar gestrickt und shreddet über wenig innovativen Asphalt, dennoch schaffen die zwölf Songs eine warme und wohlige Atmosphäre, die sich in Form von „Nine Lives“ ganz unverkrampft genießen lässt. „The Ghosts We Will Become“ tritt also keinem Fass den Boden aus, aber fordert Lautstärke, Aufmerksamkeit und Tageslicht.
Bleibt der Proberaum von Rasmussen und Co. frequentiert und stets aufgeräumt, werden sich mögliche Geister zumindest nicht an seinen musikalischen Trieben scheiden.


Trackliste:

01. I Am An Army
02. The Ghosts We Will Become
03. Nine Lives
04. One Perfect Day
05. In Absentia
06. Occams Razor
07. Even The Blackest Heart Still Beats
08. Pick Up The Pieces
09. Break Your Fall
10. The Legacy We Leave
11. The Concussionist
12. Wolves

Alte Kommentare

von Der Jens 24.08.2012 13:25

Irgendwie... lahm. Finde die Scheibe kommt nie so richtig in die Puschen, ein oder zwei Gänge flotter hätten den Songs gut zu Gesicht gestanden. Schade, hätte ich mehr von erwartet

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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