Plattenkritik

Neaera - Forging The Eclipse

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 22.10.2010
Datum Review: 18.10.2010

Neaera - Forging The Eclipse

 

Was NEAERA betrifft, so gab es mal (und gibt es) einen recht einheitlichen Konsens: „The Rising Tide Of Oblivion“. Ab dann spalten sich die Meinungen: Ein Teil der Fans des Debüts ist der Meinung, dass danach überhaupt nichts spannendes mehr kam, und mit jedem neuen Album bestätigt sich für sie mehr dieser Abwärtstrend. Andere hingegen heben noch „Armamentarium“ (ich) oder „Let The Tempest Come“ (nicht unbedingt ich) gesondert als weitere Highlights hervor. Zu welchen Lager man sich auch zählt: „Omnicide – Creation Unleashed“ fand fast jeder belanglos. Und spätestens jetzt hat man diese Band aus den Augen verloren, spätestens jetzt sind sie nicht mehr in der vordersten Reihe jener Welle an neuen Bands, welche bei ihrem Metalcore das (Death-) „Metal“ weitaus größer schreiben als das (Hard-) „Core“. NEAERA backen ihre eigenen, kleinen Brötchen – die ganz großen backen mittlerweile andere. Umso wichtiger ist „Forging The Eclipse“: Es entscheidet darüber, wo NEAERA nach all den kontroversen Nachfolgealben zu platzieren sind.

Stilistisch hat sich nicht viel getan: Spätestens seit den letzten beiden Alben sind NEAERA im Death Metal angekommen – mit den walzenden BOLT THROWER und den rohen Melodiegewitter AT THE GATES als große Vorbilder. Hardcore-Parts gibt es eigentlich keine mehr, dafür schielen NEAERA wie viele andere Genrekollegen mittlerweile hin und wieder auch gen Black Metal („Eight Thousand Sorrows Deep“). Aber immerhin klingt das alles wieder etwas spannender als auf „Omnicide…“, und generell lässt sich „Forging The Eclipse“ überraschend gut durchhören. Die wirklich großen Momente alter Tage fehlen jedoch, und das ist eben das bezeichnende der ganzen Sache: NEAERA sind – zumindest auf Platte - nur noch diese ganz nette kleine Metalcore-Band aus Münster die unbedingt Death Metal spielen möchte, und sie sind im Grunde überfordert mit der Aufgabe an ihre Erstwerke, geschweige denn ihre Vorbilder heranzureichen. Sie machen gute, unterhaltsame Musik, lösen aber nicht mehr diesen „Wow“-Effekt aus, wegen welchen man sie auf keinen Fall mehr verpassen dürfte. NEAERA sind nun eine Band die von ihren restlichen Fans lebt, machen nun Alben die man sonst vielleicht mal mitnimmt wenn man sie billig bei Müller findet, die aber in der Szene eigentlich längst kein Gewicht mehr haben. Gewiss werden sich ab hier wieder die Meinungen spalten. Gewiss ist „Forging The Eclipse“ immer noch besser als unzählige andere Alben in diesem Bereich. Dass NEAERA aber vorerst ihre besten Tage hinter sich haben werden wohl die wenigsten leugnen.

Tracklist:

1. The Forging
2. Heavens Descent
3. In Defiance
4. Eight Thousand Sorrows Deep
5. Arise Black Vengeance
6. Rubikon
7. Sirens Of Black
8. Certitude
9. Exaltation
10. Tyranny Of Want
11. The Prophecy
12. And To Posterity A Plague

Alte Kommentare

von itze meh 18.10.2010 15:18

Bin mal gespannt, war ja nach Omnicide auch eher ernüchtert. Sie machen aber wozu sie Lust haben, und nicht was die Leute hören wollen. Ob sie mich nochmal so richtig packen wage ich zu bezweifeln, die CD und die Releaseshow werd ich mir trotzdem auf jeden Fall mal antun. Denn live sind se ne Macht.

von Quark 18.10.2010 21:21

erstaunlich ist, dass als neaera noch mehr "core" im sound hatten, sie in der hardcoreszene abgefeiert wurden und von den metallern links liegen gelassen wurden. jetzt, da sie im metal angekommen sind, werden sie von den metallern abgefeiert und von den anderen links liegen gelassen...

von Traktor 18.10.2010 21:31

Ich glaube ehrlich gesagt auch Metaller lassen sie links liegen :/

von Tobe 18.10.2010 21:41

also mich langweilt die band schlicht und ergreifend.

von 19.10.2010 02:44

von Marv 19.10.2010 09:52

Das Review triffts einfach auf den Punkt! Das Album ist nett, man kann es auch gut anhören, mehr aber leider nicht. Da packt einen nichts mehr, nichts was einen umhaut. Und auch Quark hat mit seiner Aussage Recht. Anfangs traf man auf Neaera Konzerten eher Leute aus der HC Szene, heute stehn die Langhaarigen in der ersten Reihe und bangen. Ist nicht abwertend gemeint, finds voll in Ordnung, aber zeigt einfach die Richtung, die Neaera eingeschlagen haben und die ist absolut nicht mein Fall.

von comadre 19.10.2010 13:47

Ein perfektes Beispiel dafür, wie sich eine Band durch eine schiere Masse an Releases selbst zur Belanglosigkeit degradiert. Fünf Alben in nicht mal sechs Jahren sind einfach zu viel. Schade, denn "The Rising Tide of Oblivion" war wirklich ein kleines Meisterwerk - hätte sie danach zwei, drei Jahre gewartet und nicht Jahr für Jahr etwas Neues rausgehauen, wäre ihr Status ein anderer.

von @comadre 20.10.2010 18:46

du triffst es zu 120% auf den kopf! genau das habe ich auch gedacht, aber schon nach der 3 scheibe! echt schade!

von @comadre 22.10.2010 19:33

du triffst es zu 120% nicht auf den Kopf. Was haben Veröffentlichungen in kleineren oder größeren Intervallen damit zu tun wie viel Qualität eine Platte hat oder wie sie bei den Leuten ankommt? Wenn man die Fans zu lange warten lässt dann wird doch auch wieder rumgeheult. Und fünf Alben in sechs Jahren ist doch topp. Ihr legt da immer noch Maßstäbe von vor ewigen Jahren an. Aber mir ging es trotzdem auch so, dass ich Neaera früher etwas besser fand. Bin da aber auch nen Melodei-Kind. Aber da kann man sich halt freuen, wenn man den ein oder anderen guten Track auf dem Album findet.

von Grindblaster 25.10.2010 21:59

Ominicide war sehr enttäuschent und totlangweilig. Kann aber die Meinung vom Olivier nicht teilen. Finde das Album schon sehr gelungen. Natürlich nicht zu vergleichen mit der Kaltschnäussigkeit von "The Rising Tide of Oblivion", aber ich fände es falsch diese beiden Alben auf die gleiche Stufe zu setzen. Denn die Neaera von damals gibt es nicht mehr, eben weil sie vollkommen im Metalcore + Death Metak + Black Metal - Asflüggebereich angekommen sind. Und deswegen finde ich beide Alben gut, aber beide auf ihrer eigenen Art und Weise.

von twr 25.10.2010 23:58

die wahrheit ohne fieß zu sein oder frech zu werden. gefällt.

von wenigstens 27.10.2010 23:40

haben sie zu ihren typischen Melodien wiedergefunden :D auf jeden fall besser als omnicide( awr aber auch ned schlecht), aber nich nen tick von armamentarium entfernt. Das Debut schaffens eh nichtmehr. Egal, ich freu mich über jedes neues Album! Geht euren Weg weiter, Jungs!

von r3dneck 28.10.2010 10:07

Wunderbares Album, meilenweit besser als Omnicide. Ich finde Neaera hat endlich eine gute Balance zwischen Gebolze und eingaengigen Melodien gefunden und es kommt schon sehr nah an alte Tage heran ohne gezwungen zu wirken. Hat definitiv mehr als 6 Punkte verdient meiner Meinung.

von ich find's 02.11.2010 00:24

nicht so töfte... Ich finde sie machen auf jeder Scheibe das gleiche. Und ich hab' bis jetzt jede Scheibe auch noch gekauft, weil ich sie so sympathisch finde... Nach dieser hat das wirklich ein Ende, die Band ist leider tot. Da kann auch nichts mehr kommen, weil ich in den Releases von denen absolut keine Weiterentwicklung sehe. Ich dachte mal, dass die noch größer werden als HSB und Caliban...werden sie wohl nicht. Schade

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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