Plattenkritik

Neaera - Ours Is The Storm

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 01.03.2013
Datum Review: 02.03.2013

Neaera - Ours Is The Storm

 

Nach wie vor ist der Metalcore ein nicht weg zu wischender Bestandteil im Repertoire der sympathischen Band aus Münster! Auch wenn in anderen Magazinen immer wieder davon zu lesen ist, dass NEAERA sich in dieser Schublade nicht mehr suhlen oder melodischer Death Metal alleiniger Erguss des Quintetts sei, „Ours Is The Storm“ spricht vor allem bei den ersten drei Tracks (das Intro mal weggeschoben) eine deutlich andere Sprache. Da spielen sie mit den Core-Roots und das ist auch gut so, aber bei weitem nicht das Stärkste in der Tracklist.

Mit „Ascend To Chaos” zeigen sie dann aber, warum sie seit nunmehr 9 Jahren zur Elite des modern arrangierten Metals Made In Germany gehören, denn neben schierer Aggressivität und Black Metal verliebter Raserei platzieren sie Melodien, die niemals peinlich, sondern ergreifend sind. Auch spielen sie auf ihre typische Art und Weise mit den Tempis, einen Gang zurück im fiesen Double Bass drückt der Song dann wieder in den Highspeed. Auch der kommende Track liebäugelt stark mit nordisch kalter Eleganz, wobei jedoch das puristische einem fetten Sound weichen musste. Aber auch hier geben sie sich innerhalb eines Songs sehr abwechslungsreich und riffen sich einige nette Ideen aus dem Ärmel, um aber immer wieder die Melodien in den Vordergrund zu stellen, ohne eine gewisse Härte zu unterschreiten. Auf „My Night Is Starless“ werden sie dann melancholisch und zeigen mal ihre verwundbare Seite, allerdings immer im Gegenpart dazu wird ein Death Metal verwurzelter Nackenbrecher zelebriert. „Black Tomb“ zertrampelt am Anfang in einem brutalem Mosh die Gehörgänge, um sich dann mit einer Thrash Salve abzuwechseln. Aber dann wieder das Hervorholen der Schwarzwurzelextrakte, die sehr häufig auf diesem Album und immer gut verwendet wurden. Dann steigt Benny sogar noch in ein KATAKLYSM-Refrain ein und wechselt in diesem von fies hoch zu böse tief. Insgesamt kann ihm sowie natürlich auch den Instrumentalisten an dieser Stelle ein großes Kompliment wegen des technisch Dargebotenen gemacht werden!
Erwähnenswert wäre dann noch „Slaying The Wolf Within”, denn mal davon abgesehen, dass hier Nathan Gray (BOY SETS FIRE) den Refrain übernommen hat, klingt dieser überhaupt nicht nach NEARA und macht einen interessanten Gegenpol zum auch hier wieder blackig Erhabenem Highspeed Geknüppel respektive tiefergelegter Core-Elastizität.

Zusammengefasst haben NEAERA mit „Ours Is The Storm“ kein herausragendes, aber ein durchweg gelungenes Album komponiert. Mal unabhängig vom oben Gesagten begeben sie sich manchmal vielleicht zu nahe an die Aushängeschilder HEAVEN SHALL BURN und ihrem Dampfwalzenriffing und haben auch einige Durchhänger in der Tracklist. Doch beispielsweise mit „Ascend To Chaos”, “Black Tomb” und “My Night Is Starless” können sie weitere Tracks in ihre ohnehin schon mit Gassenhauern überquellende Setlist packen, um ihre formidablen Live-Darbietungen zu bereichern. Daneben macht ihnen in Bezug auf „Brutalität trifft Melodieverliebtheit und zusammen wird Black Metal gemacht“ auch so schnell keiner was vor. Kurz: Im Münster nichts neues!


Trackliste:

1. The Deafening
2. Ours Is The Storm
3. Decolonize The Mind
4. Through Treacherous Flames
5. Ascend To Chaos
6. Walk With Fire
7. My Night Is Starless
8. Black Tomb
9. Between Us And Annihilation
10. Slaying The Wolf Within
11. Back To The Soul
12. Guardian Of Ashes

Alte Kommentare

von lh 07.03.2013 11:05

schönes review!

von ^^ 07.03.2013 23:18

sehr gutes werk mal wieder von neaera.. die jungs wissen einfach wie man nicht entäuscht:x

von WOLOLOOO 09.03.2013 09:38

Also was die ständigen Vergleiche mit HSB anbelangt, finde ich, dass Neaera diese in Sachen Abwechslungsreichtum überholt haben. Natürlich teilen sie sich die gleiche Core/Melodeath-Nische aber in dieser halte ich Neaera mittlerweile für relevanter. Und dennoch wird die HSB-Scheibe genauso abgefeiert, wenn sie erscheint. Sofern sie denn was hermacht. Wovon ich aber nach Genuss von "Land of the Upright Ones" einfach mal ausgehe. Zum Album: Es fetzt! Bestes seit Let The Tempest Come.

von Anonymous 10.03.2013 15:21

Finde irgendwie, dass das Album zu leise abgemischt ist. Weiß auch nicht, muss meine Anlage immer 1-2 Stufen lauter stellen als bei anderen CD's, um die in "meiner Lautstärke" vernünftig hören zu können.

von wawaw 10.03.2013 21:23

ich find das album eher langweilig.. irgendwie kaum weiterentwicklung erkennbar für mich

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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