Plattenkritik

Neustadt 21 - S/T

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 30.05.2007

Neustadt 21 - S/T

 

Nebenprojekte sind eine knifflige Angelegenheit. Dazu gedacht, die Art Musik zu spielen, die in der „regulären“ Band einfach nicht gefordert wird. Das ist oft schade, aber bei NEUSTADT 21, dem Ausflug der beiden DEAR DIARY Gitarristen Dennis Kühn und Florian Hüller in die Gefilde des melancholischen Ambient-Pop, kann ich nur sagen: zu Recht.

Spielen DEAR DIARY noch ganz gefälligen Indie/Emo-Rock, stürzen NEUSTADT 21 komplett ab in Depression und Dunkelheit. Das kann auch gut sein, im Sinne einer Katharsis. Die Betonung liegt aber auf „kann“ bzw. „könnte“. Ist es aber nicht. Man möchte in die Fußstapfen der KINGS OF CONVENIENCE treten, aber kommt einfach nicht ran an die einfachen, aber unheimlich schönen Kompositionen von Erlend Oye und Erik Glambik Boe. Man will die treibenden Beats vom Schlage THE NOTWIST und DJ SHADOW haben, entfacht aber nur ein laues Lüftchen. Gespielt wird nämlich ein auf Dauer mit äußerst monotonen Beat-Strukturen langweilender Emo-Pop, der eher wirkt wie LOW im Sparmodus.
Man möchte fast das böse Wort „Slowcore“ in den Mund nehmen, wüsste man es nur nicht besser und wären NEUSTADT 21 letztendlich doch ein paar bpm schneller als die „langsamste Band der Welt“. Aber eben auch nur ein paar.

Dabei fängt „Half Naked“ sogar ganz angenehm an, erinnert tatsächlich ein wenig an Erlend Oyes schwebendes Gitarrenspiel und vermittelt ruhige Melancholie. Man mag sich fast auf ein angenehme halbe Stunde mit Entspannung freuen. Aber nein, stattdessen einfach immer wieder nur die etwas mechanisch scheppernden Beats, dreizeilige Texte, die sich über 3 monotone Minuten ziehen („D734“), mit einem fast unveränderten Alt-Klagegesang.

Mit „NO.4 (never said)“ gibt es sogar einen wirklichen feinen Song, der aber in der Masse eintöniger Trauerbekundungen untergeht. NEUSTADT 21 sind höchstens dafür geeignet den B-Seiten Katalog von DEAR DIARY um ein paar Balladen zu bereichern. Für sich allein jedoch führt der gänzliche Mangel an Abwechslung zur kompletten Spannungsarmut.


1. Half Naked
2. Nuke Me
3. D734
4. Damaged Diamond
5. NO.4 (never said)
6. Lost Security
7. Never Get Rid Of You
8. Clarity In May (part II)
9. The Slowest Death

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Dennis

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