Plattenkritik

New Found Glory - Resurrection

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Release Date: 07.10.2014
Datum Review: 10.10.2014

New Found Glory - Resurrection

 

Kaum ein Fleckchen Erde, welches 2014 nicht vom Poppunk geflutet wurde. Jegliche Formen und Jahrgänge sind vertreten - von geistreich über berufsjugendlich und trinkfest bis emotional und herzzerreißend. Inmitten der eigenen Spezies feiern NEW FOUND GLORY ausgerechnet ihre "Resurrection".

Diese Wiedergeburt bestreiten die Wahlkalifornier nach dem Ausstieg/Rausschmiss von Zweitgitarrist Steve Klein zu viert und nicht weniger stark. "Selfless" und "The Worst Person" verknüpfen das bekannt dynamische Drumming, die mal metallischen, mal auf Nummer sicher gehenden Riffs und die präzise, dauerjunge Stimme Jordan Pundiks zu - genau - der klar definierten Handschrift NEW FOUND GLORYs. Diese las sich zuvor schon auf "Radiosurgery" etwas berechenbarer und zugleich unspektakulärer, während der Nachwuchs für Furore sorgt. "Ready And Willing" ist der Bubblegum-Hit, der die Nähte nach vorne und hinten mit Wachs beträufelt: Hier beißen sich Neider und Besserwisser die Zähne aus, denn mit der Summe an Trainingseinheiten, die das Quartett mittlerweile aufzuweisen hat, kommt mancher (Labelkollege-)Milchbubi nicht mal in Lebensjahren gerechnet mit.
Enger wird es da etwa bei "One More Round" oder dem blassen "Persistent". Hier balancieren Pundik und Gefolge Blaupausen ihrer selbst über trübes Gewässer - weder zünden die Melodien noch die Arrangements so unbeschwert und verfangen wie "früher".
"Stories Of A Different Kind" hat zwar vorgeschlafen und schon bei "Nothing Gold Can Stay" aufmerksam in der ersten Reihe gesessen, verhakt sich trotzdem aber zwischen den gut gemeinten, aber oft zu luftigen Momenten, die circa der Hälfte des Materials auf dem achten Studioalbum der Band anhaften. "Stubborn" bekommt Unterstützung von Anthony Raneri (BAYSIDE), dem ein etwaiger Missgriff noch mehr stinkt als NEW FOUND GLORY, ihres Zeichens Gastgeber. Das Stück ist catchy, präsent und wie fürs Ü26-Autoradio produziert. Keine Sau braucht ein Comeback, einen Neuanfang oder eine Wiedergeburt, wenn sich hintenrum fuer niemanden frischer Wind erschließt. Im Falle von "Resurrection" bedeutet das maximal ein leeres Bett mehr im Nightliner. Alles andere ist, klingt und atmet NEW FOUND GLORY.

Trackliste:

Selfless
Resurrection
The Worst Person
Ready And Willing
One More Round
Vicious Love
Persistent
Stories Of A Different Kind
Degenerate
Angel
Stubborn
Living Hell
On My Own

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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