Plattenkritik

Nora Yeux - EP

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Release Date: 07.12.2012
Datum Review: 14.12.2012

 

Die Straßen müde. Es ist Oberhausenzeit. Es sind diese Zeilen, die ich zu jeder Zeit mit der Debüt-EP der Ruhrgebietler NORA YEUX verbinden werde. Jene Zeilen eines großartigen, derart positiv stimmenden Songs, der sofort jegliche Restmüdigkeit aus meinem Körper vertreibt. Jene Zeilen, die stellvertretend für fünf weitere aufbrecherische Songs stehen. Danach ist schluss. Denn NORA YEUX wissen: das Zünglein an der Waage ist längst schon überspannt.

NORA YEUX sind keine Unbekannten, obwohl der Bandname fremd wirkt. So rekrutiert sich das Quartett u.a. aus ehemaligen Musiker der aufgelösten THOUGHTS PAINT THE SKY und LONGING FOR TOMORROW. Zusätzlich ist quasi die ganze Band parallel auch noch mit KOSSLOWSKI unterwegs, und das relativ erfolgreich. Also, warum unter anderem Namen eine EP veröffentlichen? Weil es eine Herzensangelegenheit ist. Diese EP ist genauso kurzweilig, wie sie langfristig im Player verweilt. Eine dieser typischen Lebensgefühlplatten halt.

Dennoch distanziert man sich mit NORA YEUX von den anderen Bands der eigenen Vita. Die sechs Songs der EP offerieren hochmelodischen Alternative-Punk, der im besten Sinne poppig ist. Klar, hier und da sorgen ein paar wilde Screams für einen kurzzeitig erhöhten Adrenalinspiegel, doch mit Hardcore hat das wenig bis gar nichts zu tun. Muss es auch gar nicht, denn der Star dieser EP ist die Melodie und deren Verwendung. Als bestes Beispiel geht hier der Ohrwurmrefrain von "Oberhausenzeit" durch.

Aber wie kann man NORA YEUX denn definieren, wenn man denn will? Als MADSEN mit gutem Gesang und guten Texten? Sicher. Als ADOLAR mit weniger Ausbrüchen? Vielleicht. Aber die Band verfügt über eine völlig eigene Souveränität, welche sich die Musiker in den letzten Jahren selbst angespielt und getourt haben. Und so berechnet manche Refrains dieser EP auch sein mögen - die Melodien sind klasse. Und darauf kommt es letztlich doch an. Auf Musik die positiv stimmt und nicht die Gedanken zermartert.

Tracklist:

1. Oberhausenzeit
2. Leergefegt
3. Zwischenbild
4. Grandios
5. Masterplan
6. Glen Hansard

Alte Kommentare

von welch 14.12.2012 22:38

furchtbare Musik eines furchtbaren, leider aufstrebenden Genres, welches sich hoffentlich nur als ein kurzweiliges Intermezzo herausstellt.

von Rockschuppen 29.12.2012 19:07

Ich finde die EP richtig gelungen. Und was heißt eigentlich "aufstrebendes Genre". Indie-Punk? Ach bitte. Die Band ist abwechslungsreicher als die ehemaligen und Nebenprojekte. Absolut gelungen und die Rezension bringts genau auf den Punkt.

von hahahahaha 30.12.2012 04:27

Rockschuppen du bist echt ne Marke, Allschools hat sich dich verdient :p

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Enrico

Autoren Bio

Je ne sais pas. Ein Hoch auf meine Standardantwort im Französischunterricht in der Schule.

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