Plattenkritik

OST - Das Wilde Leben (Soundtrack inspiriert vom Leben der Uschi Obermaier)

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Release Date: 02.02.2007
Datum Review: 05.02.2007

OST - Das Wilde Leben (Soundtrack inspiriert vom Leben der Uschi Obermaier)

 

Sie bereut nichts, und wieso auch? Immerhin gilt Uschi Obermaier als Ikone der 68er Generation und Verfechterin der sexuellen Revolution. Sie war Fotomodell, Mitglied der Kommune 1 und doch nicht APO-Aktivistin. Dafür ist sie aber das wohl bekannteste Groupie, das den Traum von Sex, Drug und Rock’n’Roll lebte, sich nackt fotografieren ließ und Affären mit der Hälfte der ROLLING STONES hatte.

Ihr turbulentes und medienwirksames Leben wurde bereits mit 2 Büchern/Biografien und nun mit dem Film "Das Wilde Leben" gewürdigt, der ein knappes halbes Jahr nach ihrem 60sten Geburtstag in den deutschen Kinos erscheint. Natürlich gibt es zu dem Film den passenden Soundtrack der den wilden 60ern und 70ern frönt und mit einer dicken Portion Rock’n’Roll bestückt wurde. Der Lee Hazlewood & Nancy Sinatra Klassiker "Summer Wine" leitet den Soundtrack ein und wurde ansprechend und recht nahe am Original von Schauspielerin Natalie Avelon, die Uschi Obermaier spielt und HIM Frontmann Ville Vallo umgesetzt. Ähnlich wie viele Songs der damaligen Zeit, handelt es sich bei "Summer Wine" um einen Klassiker, der auch Jahrzehnte später seine Daseinsberechtigung behält. MC5 und IGGY POP mit THE STOOGES dürfen genauso wenig auf dem Soundtrack fehlen wie die STONES, wenn auch nur in Form der "As Tears Go By" Coverversion von SUGARPLUM FAIRY. Deren Sänger spielt dann auch den guten Mick Jagger im Film, womit sich der Kreis schließt. Ansonsten gibt es ziemlich viel instrumentale Filmmusik von Alexander Hacke (EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN), der zwar eine schöne Arbeit abliefert, aber die „Scores“ benötige ich eigentlich nicht auf einem Soundtrack. Zieht man noch die diversen Ausschnitte aus dem Film ab, dann bleibt unterm Schnitt nicht wirklich viel außer 2 x "Summer Wine" und ein paar netten Songs übrig. Im Booklet wird es dann aber noch einmal ein wenig persönlicher und Uschi Obermaier gibt handschriftliche Kommentare zu den einzelnen Songs ab. Letztendlich bleiben ein paar Klassiker, die ich wohl auch alle im Plattenschrank meines Vaters ausmachen kann, sowie ein paar Coverversionen, die sich mit etwas gutem Willen auf Augenhöhe mit den Originalen bewegen. Der Film bietet zwar eine ausgezeichnete Plattform um die wilden 60er und 70er auch musikalisch noch mal zu pushen, vom Soundtrack her wird man diesem Unterfangen jedoch nicht wirklich gerecht.

Tracks:
1. Summer Wine (Single Edit) - Ville Valo & Natalia Avelon
2. I Had Too Much To Dream (Last Night) - The Electric Prunes
3. As Tears Go By - Sugarplum Fairy
4. Sex Sells (Interlude)
5. Long Train Runnin' - The Doobie Brothers
6. Bockhorn (Original Score) - Alexander Hacke
7. Wirkliche Freiheit (Interlude)
8. Kick Out The Jams - The MC5
9. Hey Joe - Love
10. Mexico (Original Score) - Alexander Hacke
11. T.V. Eye - The Stooges
12. Wildcat (Original Score) - Alexander Hacke
13. Demo (Original Score) - Alexander Hacke
14. Party Is' Vorbei (Interlude)
15. Drift Away - Dobie Gray
16. Die Staerkste Alte (Interlude)
17. Summer Wine (Film Version) - Ville Valo & Natalia Avelon
18. Wedding (Original Score) - Alexander Hacke
19. Summer Wine - Video Special

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Torben

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Allschools Chef

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