Plattenkritik

Obituary - Cause Of Death

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Release Date: 19.09.1990
Datum Review: 27.11.2009

Obituary - Cause Of Death

 

"Cause Of Death" erschien 1990 und somit zu einer Zeit, als der Death Metal gerade aus den Kinderschuhen schlüpfte und die Wörter "Tape Trading" noch nicht zu Achsel zucken führte. Die einschlägigen Bands übertrafen sich mit ihren jeweils aktuellen Releases und es kann die Behauptung aufgestellt werden, dass die Qualität der Veröffentlichungen im extremen Sektor nie höher war. Die Bands waren einfach voller Gier nach Brutalität und drückten damit den festgefahrenen Klängen der damaligen Musiklandschaft unwiderruflich ihren Stempel auf.

Das 1989 veröffentlichte Debüt "Slowly We Rot" (der 1984 als XECUTIONER gegründeten und kurz vor Veröffentlichung des Debüts umbenannten Band aus Tampa, Florida) war bereits Extraklasse, aber das zweite Machwerk toppte alles bisher Dagewesene. Auch mit den späteren Alben konnten OBITUARY nicht mehr an dieses Juwel der Death Metal Geschichte anstinken. Aber was macht(e) "Cause Of Death" so besonders? In erster Linie der Groove, der durch die Abwechslung von schleppend und polternd entsteht und durch einen wie einen außer Rand und Band brüllenden John Tardy untermauert wird. Tardy war und ist mit großem Abstand einer der besten Growler und beeinflusste eine Heerschar an Nachahmern. Seine Einzigartigkeit besteht auch darin, anfangs komplett auf Texte oder Textfetzen verzichtet zu haben, sondern nur mit Lauten um sich zu grunzen. Musikalisch entfachte die brutale Dynamik oder dynamische Brutalität, die durch eine geniale Scott Burns Produktion (der damalige Szeneproduzent, der fast alle maßgeblichen Death Metal Alben produktionstechnisch veredelte) untermauert wurde, eine Vehemenz, die bis heute sämtliche Mauern der extremen Klänge zum Einsturz bringen kann. Der auf dem Debüt noch mit packenden Riffs brillierende Allen West musste wegen Familienangelegenheiten vor den Aufnahmen zu "Cause Of Death" zurücktreten, daher heuerte der frisch bei DEATH gegangen gewordene Gitarrero James Murphy bei OBITUARY an und spannte mit seinem melodiöseren, viel versierteren Gitarrenspiel ein Richtschnur für den späteren Gitarrensound der Band. Obwohl Allen West bereits beim nächsten Album "The End Complete" zur Band zurückstieß und Murphy gen CANCER abwanderte, wurde West immer wieder (sehr zu seinem Leidwesen) mit dem Gitarrensound von "Cause Of Death" konfrontiert. Es wurde geunkt, das Gitarrenspiel sei so ausgefallen, wie West immer klingen wollte, es aber technisch nie vermochte. Oder es stand in Magazinen geschrieben, dass "Cause Of Death" die beste Allen West Arbeit sei, obwohl diese überhaupt nicht von ihm stammte (hier soll allerdings überhaupt nicht von den großen Taten des Allen West abgelenkt werden, aber für die bahnbrechenden Riffs auf "Cause Of Death" war nun einmal James Murphy verantwortlich!).

Wenn ein Song stellvertretend für ein Album stehen muss, dann wohl "Body Bag", da dieser sämtliche Facetten des damals bahnbrechenden Death Metals des Florida Fünfers beinhaltet, inklusive des wohl fettesten Breakdowns der Metalgeschichte. OBITUARY waren eine der ersten Bands, die mit wenig stilistischen Mitteln und ohne Highspeed mörderische Energie freigesetzt haben und damit den Death Metal und den typischen Tampa-Florida-Sound für immer prägten.

Tracklist:
1. Infected
2. Body Bag
3. Chopped In Half
4. Circle Of The Tyrants
5. Dying
6. Find The Arise
7. Cause Of Death
8. Memories Remain
9. Turned Inside Out

Alte Kommentare

von reuden 27.11.2009 15:48

ja, das kann man so stehen lassen, auch wenn für mich der Titelsong der herasuragende Song ist

von Blotto 29.11.2009 20:29

100 % ige Bombe! Danke Clement

von renö pop 30.11.2009 08:40

fand die slowy we rot nochn ticken geiler..trotzdem hammer platte...gehört einfch zum besten im extrem metal.. OBI OBI OBI =)

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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