Plattenkritik

October File - Our Souls To You

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Release Date: 07.04.2010
Datum Review: 08.04.2010

October File - Our Souls To You

 

„Our Souls To You“ ist ein sehr reduziertes Album. Brachial, direkt, immer nach vorne – bloß keine Verschnaufpause. Und doch klingt es nicht stumpf, was OCTOBER FILE auf ihrem neusten Ableger hier abliefern, weil sie der Schubladenfalle geschickt ausweichen (man kann sie quasi bloß grob als „Metal“ kategorisieren), und einen zwar brachialen, dabei aber immer atmosphärischen und ausschweifenden Sound fahren. Eben diese Atmosphäre hat dabei etwas von roher Naturgewalt, von einem unerbittlich tobenden Sturm. Das macht schon die Produktion deutlich, bei der viel scheppert und kratzt, und somit genau das richtige Fundament für ein Album wie „Our Souls To You“ geliefert wird. Und eben diese Atmosphäre ist es, welche „Our Souls To You“ zu einem der etwas interessanteren Alben der letzten Zeit macht. „Dredge“ kommt beispielsweise mit einem stets wiederkehrenden, donnernden, ähm, Ichwillihnnichtchorusnennen, daher, „Falter“ fesselt mit einer monströsen Riffgewalt und der Titeltrack baut sich derartig geschmeidig und anmutig auf, dass es einem die Sinne raubt.

Es überrascht, dass OCTOBER FILE zwar Songs schreiben, die sich gerne mal über 9 Minuten ausweiten, dabei aber nie stilistisch groß rumexperimentieren. Und es überrascht, dass trotz dieser Tatsache, dass eigentlich nicht viel Außergewöhnliches in den Songs passiert, solche 9 Minuten nie langweilig werden. „Our Souls To You“ zeigt eine Band, die hinsichtlich ihres Sounds sehr abgeklärt wirkt, die weiß was sie will, und weiß, wie oft sie ein Arrangement bringen darf, und mit welchen Mitteln man am besten Atmosphäre schafft. Jeder dieser zehn Kompositionen scheint in sich geschlossen zu sein, wirkt durchdacht und ist gleichzeitig immer darauf bewusst, als Glied einer ganzen Kette, welche da Album heißt, zu funktionieren.

„Funktionieren“ ist dabei ein gutes Stichwort, denn das tut „Our Souls To You“: Brachialität, die bewusst wirkt, die ausschweifend ist, und doch immer ihren Zweck erfüllt. Atmosphäre, die einen tatsächlich packt und dessen rohes Klanggewand herrlich als Album funktioniert. Nur gegen Ende kann diese überragende Qualität nicht mehr ganz gehalten werden, hier wäre vielleicht so etwas wie ein imposanter Rausschmeißer angebracht gewesen, da der Atmosphäre zu sehr die kurzen, prägnanten Stücke weichen, und nicht so recht ein Schlussstrich gezogen werden kann. Daher „nur“ 7 von 10 Punkten. Dadurch aber immer noch eines der Alben des noch frühen 2010, welche man als Fan roherer Töne mal ein Gehör geschenkt haben sollte!

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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