Plattenkritik

Off With Their Heads - Home

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Release Date: 08.03.2013
Datum Review: 08.03.2013

Off With Their Heads - Home

 

Kein Einzelfall in Minneapolis: Erst das Haus einreißen, dann die Backsteine schön einzeln auf dem Gaspedal stapeln. Ryan Young und sein kopfloses Gefolge tragen bei der Ausübung ihres Hobbys noch immer keine Seitenscheitel - haben es allerdings mittlerweile soweit gebracht, Staub und andere Grobkörnigkeiten von einigen Klinkern zu feudeln, bevor es mit feuchten Augen und nassem Shirt zurück in den Graben geht.

„Home“ klingt vom Titel her schon fast sentimental für Youngs Reißnagelstimmbänder, die OFF WITH THEIR HEADS seit mittlerweile zehn Jahren prägen. Zumindest vorrangig. Schmusekatze auf dem Sofa und frische Blumen von der Veranda – wie das duftet... Zu Hause ist es vielleicht am schönsten – aber eben nicht am ehrlichsten - wie es das dritte „echte“ Studioalbum der Band zu berichten weiß. Am Grundstein ihres Drei-Akkord-Punkrocks mit Brechreiz-Attitüde hat das Kollektiv aus dem mittleren Westen wenig justiert oder herumgedoktert - „Focus On You Own Family“ und „Seek Advice Elsewhere“ enttäuschen keine Ohrmuschel, die Young und seinen verzweifelten bis vollkommenen Lyrics über die Jahre Wahrheitsgehalt zugesprochen hat.
Die ungewohnt eröffnenden Chöre bei „Shirts“ – nach empörter Strophe inklusive textlicher Offenbarungen locker weggeschluckt. „I´m A Different Person Every Time I Come Home...“. „Altar Boy“? Einhundertfünfzig Sekunden großkotzig winkender Stinkefinger - ein Firmenpatent von OFF WITH THEIR HEADS. Gekauft!

Trotzdem weht im Proberaum der Band mit dem stetig wechselnden Mitgliederfundus ein anderer Wind als noch zu „From The Bottom“: „Always Alone“ nimmt sich Zeit zum Warmlaufen, das aufgelöste „Don´t Make Me Go“ kann kaum ohne Hilfe von außen zugeordnet werden. Ebenso zu erleben beim angespannten „Stolen Away“. Hier verdeutlichen Ryan Young, Rob Swartwood, Zack Gontard und Justin Francis mit Schellenkranz und sentimentaler Aura, was das Tourleben im Gegensatz zu einer festen Heimat mit sich bringt: „There Is No Future / Just Struggling To Stay Afloat / No Plans For Children / No Plans For Growing Old”.
Alles andere als blutleer, oberflächlich oder erschöpft wirken die zwölf Songs, die unter dem Zutun von Jason Livermore und Bill Stevenson entstanden sind. OFF WITH THEIR HEADS berufen sich nicht mehr ausschließlich auf die bewährt aggressive Lösungsvariante, sondern zeigen neue und alte – vor allem aber eindringliche Seiten auf. Das kann genauso ein simpler Stallbursche wie „Nightlife“ sein, der mit dem zuvor genannten Backsteinkonzept Vorliebe nimmt, wie auch das tiefer nach Antworten suchende „Janie“.
„Home“ kann und will es dabei aber nicht jedem recht machen, der OFF WITH THEIR HEADS bloß die Tränen aus den Augen wischen möchte. Die halbe Stunde vom deutlichen „Start Walking“ bis „Take Me Out“ klingt auch dann noch ehrlich und erlebt wenn der Tourbus mal ein paar Tage am Stück vor der Garage parkt.

Trackliste:

01. Start Walking
02. Shirts
03. Nightlife
04. Focus On Your Own Family
05. Altar Boy
06. Don't Make Me Go
07. Come Find Me
08. Janie
09. Seek Advice Elsewhere
11. Stolen Away
12. Take Me Out

Alte Kommentare

von timerwolve 10.03.2013 01:46

bestes punkalbum seit langer zeit

von lower 15.03.2013 12:33

du dreckiger moppi die platte hat 11 punkte verdient

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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