Plattenkritik

One Trax Minds - Restless

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Release Date: 25.01.2012
Datum Review: 14.03.2012

One Trax Minds - Restless

 

Zwei Dinge fallen an „Restless“ eminent ins Gewicht: Auf der Nationalflagge dieser hart werkelnden Neoberliner blitzen weder Sterne oder Streifen, noch trotzt den grün-weiß-roten Balken der Heimat ein skandinavischer Klecks. Und spielen wir hier tatsächlich einen jugendlichen Abbreviation-Ansatz gegen zu heiß gewaschene Rock´N´Roll-Songs aus? Demnach dann wohl eher „ein skandinavischer Klex“.


In Mittelitaliens Abruzzo war es der tourgeschädigten Wäsche von Alex Maiorano nicht mehr heiß genug – also folgt man lässig der abkühlenden Welle und siedelt um nach Berlin. Die Quasi-Hauptstadt des breitbeinig strummenden Rock, wie SOCIAL DISTORTION oder GLUECIFER ihn sabbernd durch den Alltag tragen – oder besser trugen. Bekanntermaßen. „Restless“ fügt sich also schon mal vom Prinzip her. In Wahrheit sieht das dann so aus: „Salvation´s Dream“ und „Aq“ klingen wie die neueste Dessertkreation der Marke Mark Lind, der Organ und Wurzeln genauso wenig leugnen kann wie die Jungs von ONE TRAX MINDS auf ihrem dritten Release. Reitend abgedämpfte Gitarren und gespreizte Großangriffe gen Chorus stehen auf der Tagesordnung - so dass sich die Autoscheiben ganz von alleine dauerhaft herunterkurbeln möchten. Was wäre obendrein passender als eine unterschwellige Südstaatennuance welche jüngst z.B. die BLACKLIST ROYALS in ihr Schaffen einfließen ließen – und der sich auch „Tales From The Bottle“ aussetzen möchte. Genugtuend. Aber nicht abhebend.

Material zum Mitsingen und -schunkeln gefällig? „Six Strings More“ und „XX Square“ halten die Hand auf und den Kopf hin, damit sich niemand beschweren kann, nach der Show unbeschadet nach Hause gekommen zu sein. „Restless“ kommt tatsächlich nicht so schnell vom hohen Ross herunter, wie „Bleeding On Me“ oder der gemächliche Kneipenterrorist „Wasted/Restless“ sich im Abendpegel vergraben.

Alessio, Alex, Ivan und Edu entsenden ein Dutzend gelungener und glaubwürdiger Songs mit Hochmomenten und Kante, die zwischen Staub und Stiefel im Sattel die Abkürzung nach Boston suchen. „Runnin´ Round On You“ lässt sie bloß kurz verschnaufen – dann bleibt zu hoffen, dass „Mr. Judge“ ausreichend Bohnen und Speck gefrühstückt hat, bevor die Reise ihren Lauf nimmt. Stets der Sonne entgegen. Auch durch den harten Berliner Winter.

Trackliste:

01) Salvation's Dream
02) Bleeding On Me
03) Six Strings More
04) AQ
05) Uncontrollable
06) Tales From The Bottle
07) Trusted In You
08) XX Square
09) Runnin' Round On You
10) Wasted/Restless
11) Cry Cry Cry
12) Mr Judge

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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