Plattenkritik

Ov Hell - The Underworld Regime

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Release Date: 08.02.2010
Datum Review: 05.02.2010

Ov Hell - The Underworld Regime

 

“Known as key figures in bands such as Dimmu Borgir and Gorgoroth, Shagrath and King have come together to bring forward a new chapter in Norwegian black metal history…”

Immer ruhig bleiben, entspannen und tief durchatmen...natürlich sind Bassist King (GOD SEED, exGORGOROTH, JOTUNSPOR, I, SAHG, AUDREY HORNE) und Krächzer Shagrath (DIMMU BORGIR, CHROME DIVISION) keine Unbekannten im Geäst der norwegischen Schwarzwurzelgeschichte, aber bei solchen „All Star“ Projekten ist immer erst auf Gevatterchen Vorsicht zu hören, damit nicht eine schier unendliche Erwartungshaltung durch seichtene Luftschlösschen zerschossen werden.

King hatte noch massig Material aus der GORGOROTH Schlammschlacht in petto und dieses wird nun auf die erwartungsfrohe Hörerschaft losgelassen. Zu hören auf dem OV HELL Debüt sind dann noch Fellverdrescher Frost (SATYRICON, 1349) und die beiden Saitenhexer Ice Dale (ENSLAVED, I, AUDREY HORNE, TRINACRIA, DEMONAZ) und Teloch (NIDINGIR, GOD SEED, 1349, UNMORAL), was ohne Frage Rückschlüsse auf die Qualität von „The Underworld Regime“ schließt. Es soll dabei nicht verschwiegen werden, dass OV HELL für das Gros der norwegischen Black Metal Kultur ein Dorn im Auge sind und abfällig über die beiden High Heel Musiker gesprochen wird. Wer sich aber rein musikalisch auf „The Underworld Regime“ einlässt wird schnell feststellen, dass hier endlich mal wieder ein reinrassiges Black Metal Album eingetrümmert wurde, an dem „sowohl“ „als auch“ Gefallen finden muss.

Zunächst ist die Produktion eine Verbeugung vor der norwegischen Aufbruchstimmung im blutbesudelten Genre, da sie entgegen der optischen Hochglanzposen auf dem Coverartwork eher knarzig und alles andere als klinisch aufgesetzt fett durch die Wälder geistert. In knapp 40 Minuten werden acht auf den Punkt kommende Black Metal Keulen losgelassen, die bewegungsfreudig zwischen zumeist Highspeed Raserei und stampfenden Black’N’Roll pendelt. Dabei werden einige Perlen wie das famose „. Invoker’“ freigelegt, das durch geschickte Tempiwechsel und bei 3:41 zu einem herrlich schrägen Gitarrenritt ansetzt. „The Underworld Regime” ist intensiv und mitunter bösartig, wobei der Schwerpunkt auf Nachvollziehbarkeit und Songdienlichkeit gesetzt wurde. Meister Shagrath (der zwei Tracks in der Heimatsprache intoniert) darf sich am Mikro austoben (bei DIMMU BORGIR müssen die Verkaufszahlen stimmen...) und offenbart zum Beispiel auf „Perpetual Night“ ungeahnte Fähigkeiten, wenn seine Stimmbänder zum Singen hin kippen. Da letztlich auch die Aggressivität und der Kältegrad zur Genüge in „The Underworld Regime“ eingeflossen ist, darf OV HELL ein gelungener Projekteinstand attestiert werden. Es bleibt die bange Frage, wie lange dieses Lineup zusammen bleibt...

Tracklist:
1. Devil`s Harlot
2. Post Modern Sadist
3. Invoker’
4. Perpetual Night
5. Ghosting
6. Acts Of Sin
7. Krigsatte Faner
8. Hill Norge

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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