Plattenkritik

PS I Love You - Meet Me At The Muster Station

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Release Date: 13.05.2011
Datum Review: 16.06.2011

PS I Love You - Meet Me At The Muster Station

 

An sich gesehen ist der Name der Band durchaus gut, er weckt nur allzu leicht Assoziationen zu einem unsäglichem Buch, inklusive Verfilmung. Was will man machen nun steht der Name nun mal fast in Stein gemeißelt auf dem Booklet dieses Albums und man fragt sich ob denn die Ähnlichkeit Absicht waren und wenn ja wie sich das auf die Musik auswirkt.

Die ersten fünfzehn Sekunden von Meet Me At The Muster Station lassen einen dann auch erstmal erstarren. Sind PS I Love You etwa Widergänger der Rolling Stones im achtziger Modus? Sobald sich die Stimme von Paul Saulnier dann zum ersten Mal überschlägt und kaputt am Boden liegen bleibt ist der anfängliche Schrecken jedoch verschwunden. Das minimalistische, aber raumumfassende Getrommel von Benjamin Nelson erübrigt dann den Rest.
Mit Feedback, dröhnender Gitarre und einem heraus gequetschtem „Give me all your fucking money“ geht es dann direkt bei „Breadends“ weiter und alle noch so seltsamen Gedanken zum Beginn sind wie weggewischt. Wut, Trauer, Hass und vor allem Genervtheit liegt in der Stimme von Paul Saulnier, die sich verdächtigt nach Dan Boeckner (Wolf Parade) anhört. Jedoch platzt das ehemals einzige Mitglied der Band nicht direkt hinaus mit seinen Emotionen, es scheint als würde er dazu gezwungen jede einzelne Zeile seiner Texte in das Mikro zu pressen. Dazu noch widerwillige Gitarrensolos, die nicht die Eleganz eines J Mascis haben und dennoch durch ihre fehlende Prolligkeit an Dinosaur Jr. erinnern.

PS I Love You verstecken sich nicht aufgrund von Unfähigkeit hintern einen Wall aus Lärm und Dröhnen, sondern sie frönen dem Spass dabei. Es gehört dazu und ist bewusster Teil dieser alles überwalzenden Songs, die sich dennoch immer irgendwo etwas Melodieseligkeit beibehalten. Seien es die wenigen hohen Töne in Refrain von „Little Spoon“, die sich direkt daran anschließende flirrende Bridge, ein Richtung Mathrock schielendes Solo in „Butterflies & Boners“ oder das entspannt startende „Facelove“, welches sich im Laufe von zweieinhalb Minuten Schicht um Schicht auftürmt.
Mit „Meet Me At The Muster (Pt. 2)” kommt noch das verschleppte, zeitlupenartige Äquivalent zu dem Beginn dieses formidablen Debüts. Zehn Titel mit im Schnitt je drei Minuten rauschendem Lärm voller Begeisterung.

Tracklist:

1. Meet Me At The Muster Station
2. Breadends
3. 2012
4. CBEZ
5. Little Spoon
6. Butterflies & Boners
7. Scattered
8. Facelove
9. Get Over
10. Meet Me At The Muster Station (Pt. 2)

Alte Kommentare

von alsksls 16.06.2011 19:41

aus jedem film/buch - titel wird auch ein beschissener bandname ..

von wololooo 17.06.2011 16:26

Hoffen wir, dass sich das auch bei The Human Centipede bewahrheitet.

von Ehemaliger Stammuser 26.06.2011 11:50

Wie wär's mit "Spermaklinik"?

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Kilian

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