Plattenkritik

Paper Arms - The Smoke Will Clear

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Release Date: 31.05.2013
Datum Review: 30.05.2013

Paper Arms - The Smoke Will Clear

 

Eigentlich braucht es keine Cowboy-Nachnamen wie „Crosby“, „Hunt“ oder „Smith“ um sich morgens schon Nägel in den Kaffee zu rühren. PAPER ARMS sind vier anständige junge Männer aus Australien, die dazu aussehen und klingen wie echte Profikumpels. Heißen tun sie trotzdem so.

Nicht, dass Sänger Josh Mann vom persönlichen Bonus der Geburtsurkunde ausgenommen sei. Immerhin braucht es gerade bei der Art von herzlichem Schwitzkastenpunkrock, wie ihn die Band aus Adelaide auf „The Smoke Will Clear“ in ausgereifter Version präsentiert, einen anständigen Frontmann. Einen, dem die Leute glauben, was ihnen erzählt wird. Mit Songs wie „Bright Lights“ oder dem nickenden „In Silence“ sollte das für PAPER ARMS zum Kinderspiel werden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Augen ähnlich intensiv wie bei MAKE DO AND MEND zugekniffen, Fäuste so fest wie bei jüngeren TITLE FIGHT geballt oder Stimmbänder freiwillig neben guten Vorsätzen begraben werden – wenn „Tanks Of Dust“ erst nach exakt einer Minute aus dem Hoffnungsschläfchen erwacht und sich selbst direkt mitten im Leben wiederfindet.

„Snake Oil“ hüllt die Band in angeheftete Postcoregewänder, „Drinking On Your Own“ reibt seelenruhig Juckpulver in jedes Auge, das für die ausgeweiteten Refrains von „These Nights“ und „14 Days“ zu müde scheint. „The Smoke Will Clear“ ist dabei nicht wörtlich zu nehmen – PAPER ARMS umwickeln ihre dreizehn Songs allerdings nur zu gerne in Fetzen, die vor Wahrheit und Herzschmerz nur so triefen. Am meisten Spaß macht das zum Beispiel wenn das Quartett so berührt und umgänglich klingt wie bei „Tense“ – oder flockig in der Vergangenheit rührt, wie es „Lock Me In“ tut. Gut und gerne wären Mann und Co. damit Stammgäste beim jährlichen Überlebenskunstmarathon in Gainesville oder dem heruntergekommenen Jugendkeller um die Ecke – eben überall wo sich das wahre Leben abspielt.
„The Smoke Will Clear“ kann dabei Rezept und Taschentuch gleichermaßen sein. Am Ende erntet der Liebhaber von Punkrock und Working Class-Core den Lohn für seine Ohrenleihgabe: Ein intensives und quicklebendiges Album, dem man zu gerne glaubt, was es zu erzählen hat.

Trackliste :

01. Tanks Of Dust
02. In Silence
03. Snake Oil
04. Tense
05. Bright Lights
06. Lock Me In
07. Drinking On Your Own
08. These Nights
09. Colfax Road
10. 14 Days
11. Choke
12. Slipping
13. The Heart Within

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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