Plattenkritik

Paradise Lost - Tragic Idol

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Release Date: 20.04.2012
Datum Review: 19.04.2012

Paradise Lost - Tragic Idol

 

PARADISE LOST sind ein Phänomen. Die Briten haben Anfang/ Mitte der Neunziger mit „Gothic“, „Icon“ und „Draconian Times“ stilprägende Alben am Fließband geliefert. Danach vergraulten sie ihre Fans mit unnötigen Experimenten („Host“) und mittelmäßigem Output („Believe in Nothing“), bevor sie sich wieder komplett auf ihre Wurzeln besonnen und spätestens mit ihrem letzten Werk „Faith Divides Us - Death Unites Us“ zu alter Stärke zurückfanden. Nun steht mit „Tragic Idol“ Album Nummer 13 an.

Schon das Cover-Artwork erinnert, mit seinem Fokus auf eine Figur mit Maske und dem altmodischen PARADISE LOST-Schriftzug, an die guten alten „Icon“-Zeiten.
Auch musikalisch schlagen die Briten eine Brücke in ihre ruhmreichen Tage. So hört sich Songs wie „Honesty In Death“ oder das hymnische, getriebene „In This We Dwell“ wie direkte Überbleibsel aus dieser Ära an, die auch auf „Icon“ oder „Draconian Times“ perfekt ins Bild gepasst hätten. Besonders stechen der sperrige, mit einer Gänsehaut erzeugenden Klaviermelodie versehene Opener „Solitary One“ und das brachiale „Theories From Another World“ in der Mitte des Albums heraus – neben dem Titeltrack des vorherigen Albums sind das wohl die stärksten Lieder, die PARADISE LOST in den letzten Jahren abgeliefert haben.

Man könnte nach dieser Wiedererstarkung schon fast von einem zweiten Frühling der Band sprechen – auch wenn dies vielleicht nicht ganz richtig ist. Sie waren nie vollkommen weg oder haben schlechte Lieder geschrieben, sondern „nur“ ihren Fokus teilweise zu stark auf das Keyboard gelegt.
„Tragic Idol“ vereint jedoch alle Elemente, die die Fans an der Truppe um Nick Holmes lieben. Packende Gesangslinien, ausgefeilte Arrangements und das Gespür für mitreißende Melodien. Das dreizehnte Album klingt dabei noch ein wenig runder und ausgereifter als sein direkter Vorgänger und kann vor allem in Sachen Homogenität und Atmosphäre punkten.
Wer PARADISE LOST Anfang des Jahrtausends bereits abgeschrieben hatte, sollte dies noch einmal überdenken. Denn mit „Tragic Idol“ bestätigen sie ihre starke Leistung auf „Faith Divides Us - Death Unites Us“ und setzen gar noch eine Schippe drauf.


Tracklist:
01. Solitary One
02. Crucify
03. Fear Of Impending Hell
04. Honesty In Death
05. Theories From Another World
06. In This We Dwell
07. To The Darkness
08. Tragic Idol
09. Worth Fighting For
10. The Glorious End

Alte Kommentare

Na gut, die dürfen das !

von Crcfy 20.04.2012 23:40

natürlich

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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