Plattenkritik

Paul Smith - Margins

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Release Date: 15.10.2010
Datum Review: 26.10.2010

Paul Smith - Margins

 

BRANDON BOYD hat es dieses Jahr getan und BRANDON FLOWERS ja sowieso. Sie haben ein Soloalbum abseits ihrer sonstigen Profession als Frontmänner höchst erfolgreicher Rockbands vorgelegt. Mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen zwischen ziemlich toll (BOYD) und ziemlich furchtbar (FLOWERS). Nun also PAUL SMITH, seines Zeichens Aushängeschild, Markenzeichen und was einem sonst noch so für Begriffe für diese Temperamentskanone einfallen bei MAXIMO PARK. Gewissermaßen bildet sein erstes Soloalbum die Schnittschnelle zwischen den Alben des INCUBUS- und dem des THE KILLERS-Sängers. Zumindest in qualitativer Hinsicht. Denn „Margins“ ist insgesamt ziemlich so lala geraten.

Im Vorfeld hieß es ja schon, dass SMITH einen intimeren Ansatz an die Musik gewählt haben solle, als es im Rahmen seiner Band der Fall ist. Hier wurde Wort gehalten, wenngleich dies natürlich angesichts des exaltierten Gestus, den er bei MAXIMO PARK an den Tag legt auch nicht weiter schwierig ist. Jedoch tun sich dadurch neue Probleme auf, denn trotz einiger schöner Momente und Details wie dem verspielten Drumming bei „Strange Fiction“ oder den wiederhallenden Vocals im besten Song des Albums „The Crush And The Shatter“ mangelt es ein wenig an Verspieltheiten, die SMITH' Soloentwurf über die volle Distanz von knapp 50 Minuten spannend gestalten könnten. Seine Stimme freilich, sie bleibt markant, auch wenn mittlerweile sein zuweilen schon fast nerviger englischer Akzent nahezu völlig gewichen ist.

Die wirkliche Überraschung des Albums ist vor allem, dass auf „Margins“ die großen Hooks völlige Fehlanzeige bleiben, also die Königsdisziplin von MAXIMO PARK. Das mag man als Emanzipierungsversuch goutieren, hat aber den entscheidenden Nachteil, dass das Album über weite Strecken schlichtweg vor sich hinplätschert, ohne mitzureißen. Weder im kleinen, noch im ohnehin nicht existenten großen Rahmen. PAUL SMITH möchte sich keinen Vergleichen mit seiner Hauptband aussetzen, so scheint es. Er provoziert aber gerade dies, indem er deren Stärken nahezu völlig vermeidet und damit vor Augen führt, was eigentlich so toll an Warp Records' nach wie vor einziger richtiger Popband ist. Das alles macht aus „Margins“ zwar keine schlechte Platte, jedoch besteht der Verdacht, dass sich eher wenige für dieses Album interessieren würden, wenn es nicht eben von der sonstigen Rampensau PAUL SMITH käme. Den Bodensatz der Soloversuche dieses Jahres stellt er damit natürlich noch lange nicht dar, hier ist es auch schwer, Herrn FLOWERS das Wasser zu reichen, aber ein zuweilen gar magisches Album wie BRANDON BOYDS „Wild Trapeze“ ist ihm wahrlich auch nicht gelungen. File under: Selbstverwirklichung abgehakt. Jetzt aber schnell ran ans nächste MAXIMO PARK-Album.

Tracklist:

1. „North Atlantic Drift“
2. „The Crush And The Shatter“
3. „Improvement / Denouement“
4. „Strange Friction“
5. „While You're In The Bath“
6. „This Heat“
7. „I Drew You Sleeping“
8. „Alone, I Would've Dropped“
9. „Dare Not Dive“
10. „I Wonder If“
11. „Our Lady Of Lourdes“
12. „The Tingles“
13. „Pinball“

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Manuel F.

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Eher so der Kumpeltyp.

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