Plattenkritik

Pearl Jam - Live On Ten Legs

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Release Date: 14.01.2011
Datum Review: 20.01.2011

Pearl Jam - Live On Ten Legs

 

PEARL JAM feiern in letzter Zeit ein bisschen viel, scheint es. Erst kommt eine „Best-Of“, dann „Ten“ in einer allmächtigen Edition, die eigentlich alle Fragen beantwortet, dann schiebt man einfach nochmal „Live – On Ten Legs“ hinterher. Aber gut – es gibt Bands da verzeiht man dieses „Neue Outputs – alte Songs“-Aktion gerne. Man denke an „The Promise“ von BRUCE SPRINGSTEEN. Aber ob das bei einer Live-Platte einer Band funktioniert, die mehr Live-Platten (ok – Bootlegs) in die CD-Abteilung transportiert hat als irgendeine andere? Eher weniger. PEARL JAM covern zu Beginn das großartige „Arms Aloft“ von JOE STRUMMER, was den Hörer tatsächlich in krasse Euphorie versetzt. Danach folgen mit „World Wide Suicide“, „Animal“ und „Got Some“ vom großartigen „Backspacer“ aber irgendwie typische Anheizer. Schnell, voller Blues, wie man PEARL JAM kennt, aber irgendwie doch fehlplatziert. Dabei ist diese Live-Platte so steril produziert, dass man genauso gut eine Show-Review verfassen könnte, denn man ist gewissermaßen dabei. Das mag gut sein, ist aber irgendwie ein komisches Gefühl. So glatt, so ohne Verspieler, so ohne Live-Power. Energie gibt es nämlich wenig zu hören. Zwar mag „State Of Love And Trust“ großartig platziert sein vor dem schönen „I Am Mine“, dennoch wirkt dieser Mitschnitt wie ein leblos dokumentiertes Konzert in einer beliebigen Halle der Welt. Das Publikum singt mit, im Mittelteil all die Hits, die einem klar machen, wieviel Hits eine Band wie PEARL JAM halt auch hat. Oder wer hat bewusst „Unthought Known“ im Kopf? Dass ein Song wie das großartige „Rearview Mirror“ nicht fehlt ist logisch und auch der wird irgendwie lieblos aus der Box genudelt. Der Hörer schwankt zwischen Euphorie und verhaltenem Kopfnicken, dann erweckt „Live On Ten Legs“ wieder diesen Jam-Charakter, dem PEARL JAM in jüngster Geschichte leider des Öfteren verfielen. Alte Männer jammen in der Garage – nach der Arbeit. So ungefähr. Natürlich ist das nicht ganz so arg. Der energischste Song der PEARL JAM-Neuzeit „The Fixer“ reisst da ganz viel heraus. Ein wahrlich grosser Song. „Nothing As It Seems“ reisst jene Energie dann ein wenig herunter, aber irgendwie an der richtigen Stelle, war er doch einer der ersten Songs nach der großen Tragödie vom Roskilde Festival 2000, bei dem 8 Leute während des Sets von PEARL JAM starben. Ab hier macht die Band dann erstmal langsam. Das wunderbare „Just Breath“ kommt zum Einsatz, das unfassbare „Jeremy“ und auch „Alive“ lässt nicht lange auf sich warten. Alles in allem endet mit dem obligatorischen „Yellow Ledbetter“ dann eine Live-Platte nach der bestimmt niemand geschrien hat, die aber jeder sicherlich gerne in seinem Regal hat, auch wenn der Anfang etwas zäh bestritten wird.

Tracklist:

1. Arms Aloft 03:30
2. World Wide Suicide 03:15
3. Animal 02:39
4. Got Some 02:59
5. State of Love & Trust 03:17
6. I Am Mine 03:24
7. Unthought Known 03:55
8. Rearview Mirror 07:00
9. The Fixer 03:24
10. Nothing As It Seems 05:14
11. In Hiding 04:54
12. Just Breathe 03:50
13. Jeremy 05:23
14. Public Image 02:52
15. Spin The Black Circle 03:04
16. Porch 06:58
17. Alive 06:23
18. Yellow Ledbetter 05:20

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Raphael

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