Plattenkritik

Pessimist - Death From Above

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Release Date: 03.05.2013
Datum Review: 06.05.2013

Pessimist - Death From Above

 

Ihr Debüt “Call To War” wurde Anfang 2011 als eines der besten Thrash Metal-Alben aus deutschen Landen tituliert. Nicht zu unrecht, war dieses Album doch eine fiese Möpp unter den ganzen glattgebügelten Versionen des auf alte Schule abzielenden Thrash Metals. Die seit 2006 unter dem Banner PESSIMIST agierende Band veröffentlicht jetzt ihr zweites Album „Death From Above“ (wiederum mit einem starken Artwork, dass ohne Worte in die Musik einstimmt) und Spannung lag in der Luft, ob Nr. 2 ebenso stark wie Nr. 1 ausfällt.

Wie schon auf ihrem ersten Langeisen eröffnet ein prägnanter Track mit deutschem Refrain den Reigen brachial auf old school produzierter Songs, die nicht glattgebügelt, fett und modern, sondern livehaftig, organisch und vor allem aggressiv klingen. Dem auf brutal getrimmtem Treiben steht ein Sänger voran, der auch auf dem Debüt-Meisterwerk von CARNAL FORGE hätte voranstehen können. „Death From Above“ zeigt eine Band, die stets bemüht ist, Abwechslung in Form von instrumentalen Einsprengseln, ruhigeren Passagen oder aber Ausflüge in Highspeed-Gekloppe zu erzeugen. Auffällig ist darüber hinaus die interessante Gitarrenarbeit, die nicht eben mal so ein Riff runterbrezelt, sondern den Anschlag zelebriert. Die Stimmung des Albums ist wie auf den ersten SODOM/KREATOR-Sachen sehr düster und die Atmosphäre wirkt bedrohlich, wobei allerdings die spielerischen Fähigkeiten weitaus ausgereifter als bei den Urviechern damals sind. 5 der 9 Stationen knacken die 6 Minuten Marke, so dass bei PESSIMIST immer mit einem nach SLAYER riechendem Songeinstieg und auch spielerische Ausritte mittendrin gerechnet werden muss. Allerdings (und dort ist der Aderlass im Vergleich zum Debüt) sind Längen spürbar, die den durchgeprügelten Hörer etwas unruhig mit dem Bein wippen lassen. Auch ist das Songwriting nicht durchgehend mächtig, da das ein oder andere Riff nicht die Magengrube trifft respektive knallhart vorbeihaut.

Dennoch: PESSIMIST biedern sich mit „Death From Above“ nicht dem seit Jahren grasierenden Thrash-Revival an, sondern versuchen mit ihrer Interpretation im harten Genre Fuß zu fassen und einen Abdruck zu hinterlassen. Und das ist ihnen durch individuelles Songwriting, einem auf düster getrimmten Thrash-Szenario und einer abwechslungsreichen Darbietung, bei der noch ein Schuss Unvorhersehbarkeit vorkommt, gelungen.



Tracklist:
1. Feindfahrt 06:10
2. World Of Pain 05:55
3. Death From Above 04:07
4. The Fallen 05:17
5. Antisocial Bastards 06:29
6. Blood Will Flow 02:47
7. Behind The Veil 06:30
8. Don`t Care 03:01
9. The Last Bastion 07:13

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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