Plattenkritik

Pestilence - Obsideo

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Release Date: 08.11.2013
Datum Review: 22.11.2013

Pestilence - Obsideo

 

Auch das dritte Album nach der Reunion 2009 ist ein Zwischenfall. Einerseits darf der technisch versierte Hörer härterer Death/Thrash-Kost froh und glücklich sein, dass es Nachschub einer so namhaften und renommierten europäischen Band gibt. Andererseits ist das 1989 entstandene zweite Überalbum „Consuming Impulse“ (mit einem gewissen Martin van Drunen am Gesang, der nach diesem Album bei ASPHYX Geschichte schrieb und aktuell bei HAIL OF BULLETS unter Vertrag steht) ein Fluch, denn es inspirierte Heerscharen von Musikern (und mich als Konsumenten…). „Consuming Impulse“ zeigte, dass sich nicht nur auf amerikanische Bands gestürzt werden musste, wenn es um straighten Death/Thrash Metal mit grindigen Ansätzen und ekligem Gesang geht.

Mittlerweile sind die Holländer um das einzig verbleibende Gründungsmitglied Patrick Mameli (Gesang/Gitarre) eine progressivere, achtsaitige Band, die sich vor allem irgendwo zwischen MESHUGGAH und ihrem eigenen Backkatalog eingenistet hat. Dabei ist vor allem das von den Fans sehr zwiespältige, letzte vor der Reunion aufgenommene Album „Spheres“ (1993) zu nennen, im nach hinein ein Genre-Klassiker im progressiven Bereich, der allerdings das straighte auf den Kopf Schlagen vermissen ließ. Und hier setzt „Obsideo“ an, denn neben technischer Finessen geht es doch wieder direkter auf den Punkt. Eine deutliche Steigerung ist beim Gesang festzustellen. Der dafür zuständige Mameli hört sich richtig schön reudig und dreckig an, genau so muss thrashiger Death (oder anders herum) angeführt werden. Ansonsten wird neben der Leichtigkeit der Flitzefinger relativ Überschaubares geboten. Es fehlt nicht an Dynamik, es fehlt auch keine Energie, es fehlt das, was die ersten beiden Alben zu Klassiker werden ließen: Das Salz in der Suppe! Es fehlt der Reiz, sich genau dieses Album zulegen zu müssen.

Tracklist:
01. Obsideo
02. Displaced
03. Aura Negative
04. NecroMorph
05. Laniatus
06. Distress
07. Soulrot
08. Saturation
09. Transition
10. Superconscious

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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