Plattenkritik

Philip H. Anselmo & the Illegals - Walk Through Exits Only

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Release Date: 19.07.2013
Datum Review: 18.07.2013

Philip H. Anselmo & the Illegals - Walk Through Exits Only

 

Die Wut kann man Phil Anselmo nicht so schnell nehmen. Auch nach gefühlten hundert Jahren im Metal-Business lodert diese unvergleichliche Aggression noch immer lichterloh in seiner Stimme. Das ändert leider nichts an der Tatsache, dass sein erstes Soloalbum ein unverdaulicher Hassbrocken geworden ist.

Es hätte so schön sein können. Kündigten die zwei Songs der kürzlich erschienenen Spilt mit WARBEAST noch einen fiesen Death Thrash Bastard an, ist das Resultat auf „Walk Through Exits Only" eher ernüchternd. Statt seine Ziele durch Notausgänge zu erreichen, irren Anselmo und seine ILLEGALS eher orientierungslos herum und kloppen sich ihre Wege mit einem Vorschlaghammer frei. Die acht Songs seines Soloalbums resultieren aus einer Aneinanderreihung wirrer Riffs, die wie MMA Kämpfer stumpf und salvenartig auf ihre Gegenüber einprügeln. Ab und an legen sich ebenso zusammenhangslose Soli über die markanten Rifffragmente, bevor man wieder das Chaos ansteuert. Hier fehlt es gänzlich an auflockerndem Groove und Dynamiken, die eine nötige Abwechslung beisteuern könnten.
PHILS ANSELMO klingt wütend und aufgebracht wie eh und je. Dem Herren macht man auch anno 2013 nicht vor, wir man derbe in ein Mikro brüllt. Dennoch fragt man sich schon, warum das Ganze zu einem so verworrenen Ergebnis führen konnte. Einzig der Titeltrack „Walk Through Exits Only“ erlöst sich und den Hörer nach wilden Blasts und akrobatischen Gitarrenspielereien mit einem fiesen und erdrückenden PANTERA Mosher.
Sicherlich ist das in irgendeiner Art extremer Metal der sich aus Death und Thrash nährt, aber insgesamt schon recht experimentell und wirr aus den Lautsprechern poltert.
Und nein, es lohnt sich nicht den Abschlusstrack bis zum Schluss zu hören.

Trackliste:
1. Music Media Is My Whore
2. Battalion of Zero
3. Betrayed
4. Usurper Bastard's Rant
5. Walk Through Exits Only
6. Bedroom Destroyer
7. Bedridden
8. Irrelevant Walls and Computer Screens

Alte Kommentare

von Henno 18.07.2013 23:55

Hat mich auch irgendwie ganz schön enttäuscht die Platte, beim Namen Anselmo hab ich eigentlich was richtiges Erwartet :/

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