Plattenkritik

Philipp Poisel - Wo fängt dein Himmel an?

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Release Date: 29.08.2008
Datum Review: 02.09.2008

Philipp Poisel - Wo fängt dein Himmel an?

 

Man kann denken was man will, aber schaut man in die Biographie von Herrn Herbert Grönemeyer so sieht man einen authentischen und sympathischen Menschen, der einiges gerissen hat in der deutschen Musiklandschaft. Auch wenn Allschools Network sicherlich nicht seine Zielgruppe ist und auch nicht wirklich Interesse an seiner Musik hat, so muss ich doch zugeben, dass ich die Musik des Herren schon immer als äußerst angenehm empfand. Im Jahre 2000 gründete der Pop-Held das Label Grönland Records welches nun seinen Sitz in London hat. Als einer, der dort unter Vertrag stehenden Musiker bringt PHILIPP POISEL nun sein Debütalbum heraus. Wer nun erwartet einen Grönemeyer Abklatsch vor sich zu haben der irrt.

Poisel (ausgesprochen: POASELL) versteht es schöne Songs zu schreiben, die Geschichten erzählen und den Hörer in seinen Bann ziehen. Seine Stimme klingt zerbrechlich, erhebt sich manchmal selbstbewusst und verkriecht sich danach andächtig in einer kleinen Ecke. Er weiß genau, wie er es schafft den Hörer dazu zu bringen ein wenig zu schmunzeln, oder wehleidig in die Ferne zu schauen. Beispielsweise `Herr Reimer`. Eine kleine Geschichte über eine traurige Persönlichkeit, die verbittert an den Urlaub in der Ferne träumt. Poisel klingt nicht überheblich wenn er erzählt wie viel er von der Welt bereits gesehen hat. Im Gegenteil – er traut sich nicht den armen Herrn Reimer zu belehren, was das Leben einem bringt, wenn man es nur von verschiedenen Plätzen der Welt sieht. Könnte genauso eine Fortsetzung von JUPITER JONES’s `Jupp` sein. Eine Geschichte aus dem Leben. Genau wie alle anderen – frisch von der Straße. Von den Reisen die Philipp Poisel unternimmt. Neben erbittertem Liebeskummer (Mit jedem deiner Fehler, Wo fängt dein Himmel an) oder Liebeserklärungen an die Welt und die Liebste (Schweigen ist silber) oder eben das Fernweh, welches Poisel oft andächtig beschreibt (Durch die Nacht, Unanständig) bildet „Als gäbs kein Morgen mehr“ das euphorische Highlight von „Wo fängt dein Himmel an“. Bei einem solchen Gewitter an guter Laune, Euphorie und Gefühl in nur einem Song vergisst man gerne mal schwache Momente wie etwa „Ich und du“. Ein schönes Album. Ja – schön ist genau das Wort, welches zutrifft.

Tracklist:

1. wo fängt dein himmel an ?
2. halt mich
3. als gäbs kein morgen mehr
4. ich und du
5. herr reimer
6. mit jedem deiner fehler
7. wie du
8. unanständig
9. seerosenteich
10. wer braucht schon worte
11. irgendwann
12. durch die nacht
13. schweigen ist silber

Alte Kommentare

von DrKolossos 16.08.2010 18:44

Ich tue mich in aller Regel ja schwer mit deutschen Singer-Songwriter Menschen....aber VERDAMMT!

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Raphael

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