Plattenkritik

Phrasenmäher - 9 Hits, 3 Evergreens

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Release Date: 17.01.2014
Datum Review: 13.01.2014

Phrasenmäher - 9 Hits, 3 Evergreens

 

Bekanntlich liegen Genie und Wahnsinn ja oft dicht beieinander. Auf die Musik gemünzt, könnte dies doch heissen, dass zwischen Kunst und Schwachsinn oft auch nur ein schmaler Grad liegt. Oder?

Wie ich darauf komme? Nun, schon mal was von PHRASENMÄHER gehört? Nee? Ich auch noch nicht. Zumindest bis kurz vor Weihnachten. Denn dann erreichte mich die Mail meines Chefs. Ob ich denn wolle. Nun ja, wer kann seinem Chef schon widersprechen. Ich leider nur selten. Immerhin häng ich als schwer vermittelbarer Querulant an meiner Stelle.

Ergo erreichte mich auch recht bald die neue Langrille des Trios aus Hildesheim. Und wider meiner rudimentären Kenntnisse hinsichtlich deutschsprachiger Popmusik gibt’s die Herren auch schon länger, um genauer zu sein seit 2003, nur durfte ich mich bis dato in beruhigender Unwissenheit suhlen. Doch Dummheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe...

Die Musik des Trios ist so irgendwie Pop der Marke leicht und beschwingend. Und ich könnte darauf wetten, die Jungs haben allesamt auch jeder mindestens eine CD der Prinzen zuhause. Anders kann ich mir die, direkt ins Ohrschmalz nudelnden Refrains, nicht erklären. Aber ist das schlecht? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, aber definitiv hat es einen dezenten Hang zu nerven.

Dabei wissen manche Texte durchaus zum Schmunzeln anzuregen. Immer schön verschmitzt vorgetragen, sich selbst dabei nicht allzu ernst nehmend, weiß das durchaus im sonst alltäglich künstlerischen Leidenskrampf zu gefallen. Die Musik tut ihres hinzu, um das Ganze leicht bekömmlich in feinster Low-Carb-Manier zu servieren.
Bei einzelnen Tracks wie dem Opener „Sollichma“, „Resetknopf“ oder auch „Nie wieder Gurkenscheiben“ trifft dies auch durchaus meinen bescheiden entwickelten Geschmacksnerv, bei wiederum anderen Songs sorgt das manchmal in bester Kirmesmusik zugemischte Tasteninstrument in Verbindung mit dem trällernden, oft choralen Gesang, für schwer epileptische Zuckungen in Richtung Off-Schalter der Fernbedienung.

Doch soweit kommt es nicht, schliesslich zollt man den unzähligen Schülerbands auf unserem Erdball auch immer schön brav Respekt. Wenn sich junge Menschen der Kunst verschreiben, anstatt mit Drogen oder Alkohol vollgepumpt pöbelnd an der Ecke abzugammeln, hat man dies als Symbiont der Musikindustrie eben zu würdigen oder besser gesagt respektierlich mindestens zur Kenntnis zu nehmen.

Und damit liebe Gemeinde, schliesse ich das Thema PHRASENMÄHER wieder für mich. Seid mir nicht böse, liebe Band und Fans, diese CD wandert nun direkt ins Auto meiner Frau, dort ist sie gut aufgehoben und sie weiß diese leichte Kost sicherlich auch zu schätzen. Außerdem hat sie auch nicht die Qualen, ein gewisses Image nach außen vertreten zu müssen und die Bewertung des Faktors Coolness läuft bei Frauen ohnehin nach anderen Richtlinien als bei uns Testosteronbolzen.

Tracklist:
1.Sollichma
2.Autokorrektur
3.Zwing
4.Resetknopf
5.Zwei Jahre In
6.Dicke Bettdecke
7.3,10m
8.Karaokebar
9.Der Sommer kommt
10.König Gewöhnlich
11.Nie Wieder Gurkenscheiben
12.Weniger Gerede
13.Überregional Bekannt

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Markus L.

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Wenn mich interessieren würde, was andere über mich denken, könnte man sicherlich mit mir über meine Einstellung und den ganzen Bla diskutieren. Tut es aber nicht, ergo kann man es sich auch ersparen. Beratungsresistent eben!

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