Plattenkritik

Pintandwefall - Hong Kong, Baby

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Release Date: 16.07.2010
Datum Review: 19.07.2010

Pintandwefall - Hong Kong, Baby

 

Laute Vögel unterhalten sich über ihren Urlaub. Ein zu netter Piranha, names Angus, freundet sich mit einem Wal, namens Bruno, an. Eine gepflegte Konversation mit einem Zombie. Ein Oktopuss mit nur drei Gehirnzellen. Die enorm wichtige Kleidungsfrage, damit man abends nicht wie eine Presswurst aussieht. Sarra das süßeste Mädchen der Welt.

Diese Songthemen kombiniert mit einem Cover auf dem sich vier kleine Mädchen für ein Kill Bill Prequel bewerben und der Titel HONG KONG, BABY ergeben eine gefährliche Mischung. Es kann sich doch nur um einen schlechten Pennälerspass handeln, der nach spätestens sieben Sekunden nicht mehr lustig ist.

Doch spätestens nach dem ersten Song bemerkt man den großen Irrtum. Die vier skandinavischen Frauen, mit ihren bescheuerten Pseudonymen (Crazy, Cute, Dumb und Tough Pint) meinen es verdammt ernst. Hier wird mit wenig Rücksicht auf wehrlose Instrumente eingedroschen, ohne jedoch auf Disziplin und Eingängigkeit zu verzichten. Musikalisch orientiert man sich am ehesten noch an Garagepunk, Indierock und Riot Grrrls mit einem ordentlichem Schuss White Stripes Blues (die frühen Alben). Das erste Yeah Yeah Yeahs Album könnte man auch als Vergleich heranziehen, indes sind PINTANDWEFALL weder so artsy noch den Cramps so nahe.

Das Songwriting und den Gesang teilen sich alle vier, die auch mit Zorrobrillen maskiert und Grimassen ziehend herzzerreißend liebenswert aussehen. Durch diese effektive Aufteilung bleiben immer einige Stimme für den passend Hintergrundchor übrig und es entstehen Textzeilen wie, ’and i haven’t found a love song that would help me out of this, so i had to make my own’ (’Sad Song’), die sich schön von dem anfangs erwähnten Nonsens abheben. Wer bis dahin noch nicht in PINTANDWEFALL verliebt ist, wird es spätestens mit Hilfe des letzten Songs sein. Hier wird das R in Sarra so unperfekt vierstimmig gerollt, dass nur Percussion und Melodica zur Begleitung notwendig sind.

Tracklist:
1. Bird Of The Birds
2. Beef Rice
3. Angus
4. Zombie
5. Jail
6. Okto
7. The Everlasting Difficulty Of Important Choices
8. Hero Sounds
9. Sad Song
10. Where Did You Go?
11. Sarra

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Kilian

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