Plattenkritik

Placenta - Missgunst und Neid

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Release Date: 13.12.2013
Datum Review: 03.12.2013

Placenta - Missgunst und Neid

 

Die deutsche Melo-Death/Deathcore-Combo PLACENTA bringt am 13.12.13 (und dann auch noch an einem Freitag!) ihr neuestes Machwerk „Missgunst und Neid“ raus. Ab dieser Veröffentlichung zählen sie nun zu den wenigen Vertretern solch harter Gefilde, deren Texte komplett auf deutsch geschrieben sind und entgegen der damit oft verbundenen negativen Erwartung hört sich das ganze gar nicht mal schlecht an.

Eingeleitet wird das Ganze durch das groovige Anfangs-Riff von „Schlafe Los“. Schon jetzt merkt man, dass die Berliner im Vergleich zu „Replace Your Face“ ordentlich dazugelernt haben, was vertrackte Rhythmen angeht (auch bemerkenswert bei „Schwarze Tauben steigen“). Auch die Fills und der allgemeine Sound der Drums machen das Hörerlebnis bunter und verhindern, dass Langeweile aufkommt. Nur bei der Doublebass wünscht man sich manchmal etwas mehr Leben, aber das ist wohl unter „Geschmackssache“ einzuordnen.
Auch Sänger Sven Berlin hat technisch einige Fortschritte gemacht und variiert oft wie zum Beispiel beim Song „Wunderschön Und Wild“ innerhalb eines Songabschnitts.

Die Songs sind textlich sehr unterschiedlich aufgebaut, so liest sich „Sretan Put“ wie ein Gedicht, während „Wunderschön und Wild“ und das gesellschaftskritische „Baroness“ auch vor dem häufigen Gebrauchen von Anglizismen und englischen Einschüben nicht zurückschrecken. Manchmal verlieren sie zwar die eigene Handschrift etwas aus den Augen (so klingt „Nur die Besten“ stellenweise sehr stark nach WAR FROM A HARLOTS MOUTH), was allerdings beim unbedachten Hören nicht negativ auffällt. Vielleicht lässt es sich auch als Respekterweisung an die betroffenen Bands auffassen. Unterbrochen wird das Dauerfeuer von PLACENTA nur einmal durch die „Collage a Trois“, einem dreieinhalb minütigen Zwischenspiel, dass mit so tieffrequenten Tönen unterlegt ist, dass mein Zimmer tatsächlich hörbar gezittert hat.

Schade ist, dass sich mit dem Booklet anscheinend nicht sonderlich viel Mühe gegeben wurde, denn in jedem Liedtext sind Rechtschreibfehler enthalten bzw. ganze Wörter fehlen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass PLACENTA eine frische Alternative zu den immer gleich klingenden Core-Kollegen aus den Staaten bietet und sich dabei anscheinend die richtigen Bands zum Vorbild genommen hat, denn ihre Lieder bestehen eben nicht nur aus dem üblichen repetitiven Metalcore-Schema, dass man von vielen Bands gewöhnt ist und meist schon erwartet.

Anspieltipps:, Schwarze Tauben Steigen, Sretan Put

Tracklist:

1. Schlafe Los
2. Wunderschön Und Wild
3. Baroness
4. Sretan Put
5. Nur Die Besten
6. Jure Juskan
7. Collage À Trois
8. Ein Riese
9. Tanzt
10. Schwarze Tauben Steigen

Alte Kommentare

von Ramstone 04.12.2013 09:33

Nach Placenta kommt beim Modern Metal aus deutschen Landen lange Zeit nichts mehr ... die jungs haben echt große Bühnen verdient. Hammeralbum.

von haha 12.12.2013 11:05

die jungs haben genau das verdient, was sie haben...nämlich nichts!..immer die großen reden der selbsternannte ausnahme-musiker, ich erkenne da nichts als eine solide basis... ganz zu schweigen von der attitüde..die präsentation hier die ganz große nummer zu sein, ist einfach erbärmlich und schlicht fern der realität. große bühnen, davon wird geträumt und das is auch gut so.

von Carter 17.12.2013 15:04

Da sind echt dicke Parts dabei, aber diese genölten Refrains sind mal nicht meins.

von domi 18.12.2013 10:32

bäh

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Henrik

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