Plattenkritik

Primitive Man - Scorn

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Release Date: 20.08.2013
Datum Review: 10.09.2013

Primitive Man - Scorn

 

Relapse Records stehen seit eh und je für qualitativ hochwertigen Heavy Metal der extremen Sorte. Bisher waren das meist Bands aus dem Death Metal und Grindcore Bereich und wohl den meisten hier ein Begriff. Seit nicht allzu langer Zeit scheinen die Macher hinter dem Kultlabel aber ihre Füjler in andere Gefilde, jenseits von Blastbeat und Gurgelorgien auszustrecken. Diverse Obskuritäten wie HORSEBACK, LOCRIAN oder SERPENTINE PATH, die man ansonsten eher auf Southern Lord vermuten würde, zahlen nun zum aktuellen Rooster. Wenn die Qualität stimmt, warum mal nicht was neues Probieren.

Zwischen Relapse Bands alter und neuer Schule setzen sich PRIMITIVE MAN aus Denver und befördern einen kruden Death/Funeral Doom ans Licht der Welt der aufs erste Mal nur schwer verdaulich anmutet. Jene die sich auf den Trip einlassen, werden mit einer Vielzahl an Einflüssen, Zitaten, krachenden Soundlandsschaften und nicht zuletzt einer Handvoll guter Songs belohnt.

"Scorn" beginnt gleich mächtig unangenehm mit einem über zehn Minütigem Epos und gibt gleich den Tenor für die nächste gute Stunde vor: dreckig, düster, erdig, unvorhersehbar. PRIMITIVE MAN lassen sich nicht in ein musikalisches Korsett stecken und ziehen ganz Doom-untypisch die Geschwindigkeit immer mal wieder an, um dann abrupt wieder in die tiefen Abgründe zu stürzen, die davor in längeren Spannungsbögen gegraben wurden. Zwischendrin wird dann auch noch der eine oder andere Shoegaze/Postrock Part eingeschoben. Und siehe da, es funktioniert auch noch.

Das darauf folgende Zwischenspiel „I can’t forget“ spannt den Bogen weiter in Drone-Sphären und schließt den Rahmen für die Stimmung, die auf dem weiteren Album vorherrscht. Nicht selten wird man an SUNN O))) erinnert. Eine etwas songorientiertere Version der Drone-Götter allerdings.

Als einziges Manko kann eigentlich nur der Gesang genannt werden. Dieser passt zwar wie die Faust aufs Auge zum Gesamtsound, wirkt aber etwas uninspiriert in der Gesamtheit. Der Einsatz kommt auffällig hölzern immer auf den Taktschlag und nimmt der Musik etwas die Spontanität und den Schein authentischer Verzweiflung.

Insgesamt ein ordentliches Debut aus der hintersten Nische der harten Kost. Liebhaber skurriler Klänge werden ihre Freude an dem Album haben. Der Rest wird wohl ein oder zwei Punkte der Endwertung abziehen können und sich fragen was die Jungs wohl geschluckt haben.

1. Scorn
2. Rags
3. I can’t forget
4. Antietam
5. Black Smoke
6. Stretched Thin
7. Astral Sleep
8. Lifetime
9. Innard$
10. I am above you

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Bart

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