Plattenkritik

Pro-Pain - Voice Of Rebellion

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 19.06.2015
Datum Review: 18.08.2015
Format: CD

Tracklist

 

Trackliste:
01. Voice Of Rebellion
02. No Fly Zone
03. Righteous Annihilation
04. Souls On Fire
05. Take It To The Grave
06. Age Of Disgust
07. Bella Morte
08. Cognitive Dissonance
09. Blade Of The Cursed
10. Crushed To Dust
11. Enraged
12. Hellride
13. DNR [Do Not Resuscitate]
14. Fuck This Life

Band Mitglieder

 

Gary Meskil - Gebrüll, Bass
Marshall Stephens - Rhythmusgitarre
Adam Phillips - Lead Guitar
Jonas Sanders - Drums

Pro-Pain - Voice Of Rebellion

 

 

Anfang/Mitte der 90er, als Hardcore noch nicht zu einem trendigen Trademark für ein schlechtes Capoeira-Plagiat tanzendes Hipstertum verkommen war, gehörten folgende Scheiben in jede gut sortierte Plattensammlung: BIOHAZARDs „Urban Discipline“, SICK OF IT ALLs „Scratch The Surface“ und CRO-MAGS´ „Alpha Omega“, während AGNOSTIC FRONTs „One Voice“ wurde (aus heutiger Sicht nicht ganz nachvollziehbar) jedoch links liegen gelassen. Aber auch das unvergleichliche „Foul Taste Of Freedom“ von PRO-PAIN. Hernach erschienen dann weitere Bands in deren Fahrwasser, wie MERAUDER. Mit ihrem Crossover aus Hardcore und Metal sowie dem dem Gesang Meskils, der einen hohen Wiedererkennungswert besitzt, prägten PRO-PAIN den Sound einer weiteren Musik-Generation.

 

Seither machte die Band immer wieder von sich reden (vor allem durch etwaige Support-Slots im BÖHSE ONKELZ Universum). Veröffentlichte sie doch bislang 15 Studioalben veröffentlicht, von denen manche auch mal das gewohnte Terrain verlassen und zu neuen Ufern schippern. Der Metal-Anteil mal schwächer mal stärker vertreten, lässt „Voice Of Rebellion“ keine Fragen offen, dass PRO-PAIN sich anno 2015 wieder auf ihre Stärken konzentrieren: Groove. Diese Scheibe drückt von Anfang bis Ende gewaltig ins Gesicht. Garys Texte und Stimme sind gewohnt kritisch, gewohnte Symbiose aus Rap und HC-Shouts. Funktioniert auch nach der Jahrtausendwende immer noch, besonders wenn man solche musikalischen Attacken wie 'Righteous Annihilation' auf seinem Album hat. Die für mich stärkste Nummer ist unter anderem 'Souls On Fire' – hier wird THROWDOWN und HATEBREED gezeigt wer Huhn und wer Ei ist. Ob up- oder mid-tempo: Das Riffing ist immer punktgenau und wird durch Gitarren-Soli aufgefächert, die eher im Metal zu finden sind. Doch jenseits der Jahrtausendwende auch keine all zu große Innovation und Überraschungsmoment darstellen. Vierzehn Songs aus denen noch 'Age Of Disgust' durch seinen Groove und 'Cognitive Dissonance' (absolute Oldschool-Nummer) hervorstechen. 'Crushed To Dust' ist dann eine einzige Punch-Line die jeden Pit zum Kochen bringen wird, während 'Enraged' lädt zum Kreislaufen und 'Fuck This Life' zum Mitsingen ein.

 

Den Sound mag ich. War aber bislang nie ein Problem bei PRO-PAIN. Die Gitarrenwände sind dicht, der Gesang unnachgiebig und der Bass vermengt sich mit den Drums zu einem unzerstörbaren Fundament. Doch was man negativ kritisieren könnte ist, dass die große Abwechslung fehlt. Es gibt die sogenannten Füller, die Ermüdungserscheinung vom ewig gleichen Erfolgsrezept. Auch wenn ich nicht sagen würde, dass PRO-PAIN sich selbst kopieren, sind sie doch ein bisschen wie SLAYER: Der Name ist Programm. Da gibt es keine großartigen Überraschungen. Aber der PP Fan will das vielleicht auch gar nicht. Braucht das auch gar nicht. „Voice Of Rebellion“ ist ein gutes Album, das Lust auf mehr macht. Nur nicht auf Konzerte im Vorprogramm der ONKELZ...

 

Und bitte auch nicht nochmal ein doch arg nach Amateur-Photoshop aussehendes Innenleben der CD sowie Cover, bei dem ich nicht von Artwork sprechen möchte. Punktabzug gibt es nicht, denn ich bewerte nicht den Look einer Band, sondern die Musik. Dennoch...

 

Autor

Bild Autor

Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

Suche

Social Media