Plattenkritik

Propagandhi - Potemkin City Limits

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 19.10.2005

Propagandhi - Potemkin City Limits

 

Spätestens seit der Legeslaturperiode eines gewissen George W. gehört es wieder zum feinen Ton amerikanischer Punk und Hardcore Bands sich politisch zu äußern und anzuprangern. GREEN DAY sind mit ihrem "American Idiot" erfolgreicher denn je, Initiativen wie Punkvoter sollen zum Wählen animieren und auf der "Rock Against Bush" Compilation tummel sich alles was Rang und Namen hat. Auch hierzulande gibt es eigentlich keine US Band die während ihre Sets nicht irgendwann das obligatorische "Fuck Bush!" aus der Hüfte schießen – immerhin gibt es dann auch immer brav Applaus. ANTI-FLAG haben diese Ausrufe dann auch jüngst um "Fuck Schröder!" ergänzt. Das im Großen und Ganzen musikalisch dann doch meistens nur Phrasen gedroschen werden scheint da keinen mehr zu interessieren.

Die kanadischen PROPAGANDHI waren von jeher eine äußerst idealistische und politische Band und sind sich im Laufe ihrer Bandgeschichte treu geblieben. Es gibt wohl wenige Bands bei denen die Texte und Statements im Vordergrund standen und der "Rest" eher als zweitrangiges Verpackungsmaterial galt. Das jenes Schleifchen um die auf den Punkt gebrachten Lyrics dann auch noch fantastisch ins Ohr gingen war eine schöne Begleiterscheinung.

Bei PROPAGANDHI hat man sich ja mittlerweile an das warten gewöhnt. Auf "Today's Empires, Tomorrow's Ashes" durften die Fans so einige Jährchen warten, und nun ließ man sich mit "Potemkin City Limits" 4 Jahre zeit. Was hat sich also geändert im Hause PROPAGANDHI? Die Welt hat sich weitergedreht und zwar nicht nur musikalisch. Gerade an dieser Stelle setzt das Trio dort an, womit "Today's Empires, Tomorrow's Ashes" ausklang: Treibender Punkrock, hymnenhaft und trotz seiner Simplizität niemals langweilig mit einer Brücke zum traditionellen Hardcore. Zu den eingängigen Hooks gesellen sich aber auch mal kleinere Solis und vor allem eine äußert ansprechende Produktion, die an weitaus mehr als 3 Musiker denken lässt. War das Vorgängeralbum eine wütende Abrechnung mit den Vereinigten Staaten, erfolgen die verbalisierten Ohrfeigen auf "Potemkin City Limits" weitaus subtiler und intelligenter und befassen sich mit vielfältigen Themen wie ökologischen und ökonomischen Misständen, Unterdrückung und natürlich Politik. Bei einem von Hitler-Jugend Chören eingeleitetem "Die Jugend marschiert" bekommen nicht etwa die Deutschen mal wieder was ab sondern vielmehr die US Army. Zur weiteren Aufklärung der Zuhörerschaft in jederlei Hinsicht befinden sich dann auch mehrere pdf Dokumente über Tierrechte und Veganismus auf der CD. Was bleibt sind drei sehr überzeugende Veteranen, die sich sowohl gesangstechnisch als auch musikalisch weiterentwickelt haben. Hierauf haben die Fans gewartet.

Tracklist:
1 A Speculative Fiction
2 Fixed Frequencies
3 Fedallah's Hearse
4 Cut Into The Earth
5 Bringer Of Greater Things
6 Die Jugend Marschiert (America's Army)
7 Rock For Sustainable Capitalism
8 Impending Halfhead
9 Life At Disconnect
10 Name And Address Witheld
11 Superbowl Patriot XXXVI
12 Iteration

Alte Kommentare

von Reggae against the machine 13.01.2009 23:20

Lied Nr. 6, Die Jugend Marschiert (America's Army) 2:49: tönt wie boys of summer von ataris.. aber die habens ja auch schon gecovert. sonst geiles album!

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Torben

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Allschools Chef

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