Plattenkritik

Purified in Blood - Flight Of A Dying Sun

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Release Date: 15.06.2012
Datum Review: 21.06.2012

Purified in Blood - Flight Of A Dying Sun

 

Totgesagte leben dann wohl doch länger. Waren PURIFIED IN BLOOD doch schon längst mit dem Prädikat „egal“ behaftet, haben sie mal so eben einen Brecher von Album veröffentlicht, der die eigene Vergangenheit Meilen unter sich begraben sollte.

Man kann schon mit einem hohen Maß an Wahrheitsgehalt behaupten, dass die Norweger in der Glanzzeit des MetalCores zu den Großen der europäischen Szene gehörten. Doch als sie 2006 mit „Reaper Of Souls“ der hungrigen Meute ein pfundiges MetalCore-Album zum Fraß vorgeworfen hatten, löste sich das damalige Sextett 2007 auf, erschien 2008 wieder auf der Bildfläche und veröffentlichte vor zwei Jahren ein Album namens „Under Black Skies“, welches auf dem deutschen Markt so gut wie keine Beachtung fand. Mit “Flight Of A Dying Sun“ ist ihnen nun das gelungen, wovon jedes gealterte „One-Hit-Wonder“ wohl ein Leben lang träumt.
Statt sich im Tal der Vergangenheit im alten und längst matt gewordenen Glanz vergangener Tage zu suhlen und auf ein Revival der guten alten Zeiten zu hoffen, haben PURIFIED IN BLOOD ein neues Kapitel aufgeschlagen und den Schritt nach vorne gewagt. Oder im Falle von ihrem neuen Album wohl eher fünf. Natürlich war früher nicht alles schlecht, aber auf “Flight Of A Dying Sun“ wurden acht Tracks zusammen gezimmert, welche die Taten der eigenen Vergangenheit unter die kräftigen Arme nimmt und durch die mächtige Welt des Metal trägt, wo man großspurig Ärsche tritt.
Womit genau, das mittlerweile um einen Sänger ärmer gewordene Quintett die Kurve bekommen hat, lässt sich vielleicht so beschreiben: Sie haben es geschafft eine sehr massive und mitreißende Mixtur aus dreckigem Thrash-, sehr groovigen Death Metal und typisch skandinavischen und gestenreichen Rock zu brauen. Das kann man sich in etwa so vorstellen, als hätten sich KVELERTAK, dessen Sänger Erlend Hjelvik in der norwegisch sprachigen Nummer „Mot Grav“ aushilft, einen Winter lang nur von ENTOMBED ernährt und anschließend mit MASTODON die alten „Leviathan“ Songs nachgespielt. Mit ganz großen, ausladenden, tonnenschweren und sogar hymnischen Gitarren. Besonders das gen Himmel schreiende Solo in „Escape To Solace“ zwingt einfach alles und jeden zum Niederknien. Ansonsten schlägt man sich mit einer gewaltigen, metallischen Instrumentierung und der brachialen Stimme von Fronter Enoksen, durch eine dichte und stets düstere Atmosphäre. Als wenn das nicht schon genug wäre, hat man den ohnehin schon zum Bersten gefüllten Sound noch mit netten Spielereien wie Orgeln oder Saxophonklängen angereichert.
Natürlich konnten PURIFIED IN BLOOD keinen besseren als Jacob Bredahl für die Produktion des Albums engagieren. Dieser und niemand anderes, als Soundtüfftler und Metal Legende Tue Madsen, haben dafür gesorgt, dass „Flight Of A Dying Sun“ genau so holzt und walzt, wie Metal dieser Art nun mal zu holzen und zu walzen hat, nämlich meterdick.
Der Metal Sommer hat nach einem Album geschrieen? – Hier ist es!

Trackliste:
1. The Absolute
2. Storm Of Blood
3. Mot Grav
4. Iron Hands
5. Mind Is Fire
6. Escape To Solace
7. Void
8. Flight Of A Dying Sun

Alte Kommentare

von Käptn Knaupbart 25.06.2012 09:09

Ganz nett, hinkt den genannten Bands aber dann doch hinterher. Da warte ich lieber auf die nächste Kvelertak und höre nochmal Mastodons Leviathan...

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