Plattenkritik

QUIET COMPANY - Transgressor

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 11.09.2015
Datum Review: 03.08.2015
Format: CD Digital

Tracklist

 

01. Seven Hells
02. The Most Dangerous Game
03. Mother Of A Deal
04. The Road To Perdition
05. Understand The Problem
06. Kindness
07. I Heard The Devil Say My Name
08. A Year In Decline
09. Wherever You Take Me
10. The Virgin’s Apartment
11. Midnight At The Dairy Palace

Band Mitglieder

 

TAYLOR MUSE - Singer / Songwriter, guitar
TOMMY BLANK - Guitar / Keys
MATT PARMENTER - Bass
BILL GRYTA - Keys / Synths

QUIET COMPANY - Transgressor

 

Aus ihrer musikalischen Zurückhaltung machen QUIET COMPANY nach knapp vierjähriger Albumpause keinen Hehl, sondern lieber eine Tugend mitsamt Freundschaftsangebot für die ganze Familie. Wie der Bandname schon vermuten lässt - Verstärker zerstören und Headbangen sollen andere. Oder führen die Texaner im Akkord an der Nase herum? Auf dem vierten Album der Band aus dem Mekka Austin wartet flockiger Indierock, der alles kann, aber wenig muss.
 
Selten wird es Taylor Muse auf "Transgressor" zu eng. Der Sänger und Gitarrist von QUIET COMPANY klingt stets darauf bedacht, seine Songs nicht zu sehr ausbrechen oder auffahren zu lassen. Trotzdem ist "Seven Hells" nicht bloß ein geradliniger und explosiver Rocksong, sondern auch ein fülliger und griffiger Albumopener, der irgendwo zwischen BEN FOLDS, Britpop und dem ersten Freibadbesuch der Saison stolziert. Wenn ein i-Tüpfelchen benötigt wird, zieht Muse ein flächiges Keyboard an seine Seite - oder schraubt den Song kurzerhand zum Mitmachzirkus für groß und klein um. "Mother Of A Deal" hingegen groovt wie alte SUPERCHUNK aber ist wie viele Momente auf "Transgressor" die vertonte Unschuld, obgleich weder Arrangement noch Stimme bewiesenermassen hoch und höher geschraubt werden können. Den Beweis tritt zum Beispiel "The Road To Perdition" an: Vom poppigen Schlüsselloch-Intro bis zum wild hüpfenden Finale mit Singalong, unpeinlichen Handclaps und feisten Tanzschritten auf dem Holzfussboden klingt der Track freundlich und vorlaut zugleich.
Für QUIET COMPANY würde Stillstand den Tot bedeuten - trotz einem Berg an Auszeichnungen und Lobhuldigungen fordert die Band sich auf dem Nachfolger zu "We Are All Where We Belong" erneut und pausenlos heraus. Das klingt in der Summe durchaus geordneter als bisher, ist aber nicht immer wirklich nah am Geschehen. "Understand The Problem" bekommt einen Mantel aus großäugiger R.E.M.-Gitarre und jugendlicher GET UP KIDS-Orgel, dann trällert sich Muse in Richtung des niedlichen, aber mitreissenden Chrous mit Tränen in den Augen: "I’m so tired of practicing on stages / every empty bar a bad decision that I’m making / I wish I was someone else / I wish that you loved someone else". "A Year In Decline" tauscht seine Folkwurzeln gegen Poprock, der zum Auftauen von Festivalcrowds wie gemacht scheint. "Transgressor" ist kein Freund von Zufällen, so führt kein Weg vorbei an Quotenballade zum Feuerzeug oder Smartphone zücken ("Wherever You Take Me"), einem schmissigen Indie-Dance-Track mit Kopfstimme und Discobeat ("The Most Dangerous Game") sowie dem gefühlvollen Finale - passend "Midnight At The Dairy Palace" betitelt. Unaufgeregt aber entschlossen verkehren QUIET COMPANY zwischen Classic- und Folkrocktugenden, was die Platte im Auge des Betrachters wandern lässt: Aufgrund ihres Detailgespürs nach oben, aufgrund der Vorhersehbarkeit wieder leicht zurück gen Mitte der Betriebstemperaturskala.

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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