Plattenkritik

Rebuke - Wouldworks

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Release Date: 05.04.2010
Datum Review: 12.09.2011

Rebuke - Wouldworks

 

„Eine Kugel 1999 bitte!“ Umdröhnt von hippen Elektrowanderungen, arrogant schmatzenden Indie-Foltern und vollbärtigen Metalinstitutionen machen vier strotzende Schweden ein erfolgreiches Praktikum in längst verflogenen Melodycoregefilden. Vorbildliche Abschlussnoten erreicht „Wouldworks“ bei Frische, Wohlfühlfaktor und Skatecredibility, die Fächer Trommelfellinfizierung und Hooklinehimmel wurden vor Enthusiasmus und Bierlaune passend überfeiert.


Scheiße, Andy – wer kann denn heute noch so schnell trommeln? „Gonzales“ oder „Take To The Seas“ überschlagen sich fast im eigenen Schall, setzen trotzdem immer mit glatten Breaks und Licks nach wie schon seit RANDY´s „Rest Is Silence“ nicht mehr. Die Göteburger REBUKE haben aufgepasst und aufgelauscht: Immer drauf, immer nach vorne, immer ausgelastet mit Harmoniegesängen aus der Surfertube („Wings“) und sporadischen Hardcoreausflügen („Death-Defining Stunts“), die stimmig und elegant aus der Stereoanlage knallen. Wo vorm „Luft raus“ noch das jugendlich überhebliche Ohrwurmgeknüppel wie eine Seuchenwolke über Schweden lag, knüpfen Sam, Petter, Andy und Philip so selbstverständlich an, wie es in Neuseeland Schafe hat.
Zum Durchatmen wird auf „Wouldworks“ höchstens mal eine Intropassage oder eines der zahllosen verspielten Techniktoppings genutzt, die REBUKE-Uhr tickt unaufhörlich und munter bis zum ausschweifenden Ende von „Mission Solved, Problem Accomplished“. Als Nachfolger zum 2009er Album „Thank God For Evolution“, dass mit 34 Songs und über 80 Minuten Spielzeit auflauerte, fühlt man sich in der guten halben Stunde des gegenwärtigen Schwedenstreiches eher an eine allabendliche Zahnputzpause erinnert, die kurzerhand in rücksichtslosem Shredden und waghalsigem Stagediven ausarten möchte. „Snow Day“ oder „Bartenders & Tarbenders“ brauchen keine zwei Minuten, um kaputt zu hämmern, was Ankündigungen wie „Replace My Blood With Gasoline, Turn My Body Into A Machine“ noch ungeschoren bestehen lassen.

REBUKE treten kein leichtes Erbe an, aber sie sind nicht allein. Mit „Wouldworks“ sollte die Armee derer, die sich 2011 nicht nur mit 2011 beschäftigen wollen um einige Steh-Auf-Skatepunks wachsen. „Nicht mehr cool“ ist eben das neue „cool“.

Trackliste:

01. Bartenders & Tarbenders
02. History Doesn't Repeat Itself... We Repeat History
03. Wings
04. Wings II: The Bastard Idioms
05. Affection, Abandon, Affliction
06. Gonzales
07. Death-defining Stunts
08. Take To The Seas
09. Snow Day
10. (It's Not) Rocket Surgery
11. His Brittle Faith
12. Still Weather
13. Wings III: Driving The Point Home
14. Mission Solved, Problem Accomplished

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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