Plattenkritik

Red Tape Parade - Ballads Of The Flexible Bullet

Redaktions-Rating

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Release Date: 01.01.2008
Datum Review: 30.10.2008

Red Tape Parade - Ballads Of The Flexible Bullet

 

Manchmal ist man scheinbar einfach undankbar. Da kommt eine überaus sympathische Band um die Ecke, die musikalisch so einiges richtig macht, gute reflektierte Texte schreibt und im Booklet Textpassagen von Bands zitiert, die einen während seiner (musikalischen) Sozialisation ebenfalls maßgeblich beeinflusst haben (EMBRACE, DESCENDENTS, LAGWAGON). Man fühlt sich irgendwie verbunden mit den fünf Bajuwaren, hebt den Daumen beim Lesen des Primo Levi Zitats und denkt sich „schön, wie ihr so euer eigenes Ding durchzieht ohne euch an irgendwelche grassierende Trends anzubiedern“. Diese Einleitung – das sollte klar sein – verlangt jedoch nach einem großen ABER.

RED TAPE PARADE aus Bayern spielen eine recht eigenständige Mischung aus Melodycore und (melodischem) oldschool Hardcore. Es gibt einprägsame Gitarren, Tempiwechsel, überraschende Einschübe und eine Menge guter Ideen. "Ballads Of The Flexible Bullet" hat jedoch ein „kleines“, nicht unwesentliches Manko: Den Gesang. Dass sich die Band vor diesem Hintergrund Ex-BOYSETSFIRE und (jetzt) THE CASTING OUT-Frontcrooner Nathan Gray für einen kurzen Gastauftritt ins Boot geholt hat ('Less Than A Minute'), grenzt beinahe an blankem Hohn, da für jenen Moment offensichtlich wird, auf welche Art und Weise die Songs wirken könnten. Das zwar präsente Organ des RED TAPE PARADE Frontmannes pendelt nämlich zwischen gedrückt melodisch und gepresstem Schreien – ohne jedoch auch nur annähernd für emotionale Momente zu sorgen. Viele gute Ideen werden – so böse das jetzt auch klingen mag – unter dieser vokalen „Wucht“ schlichtweg begraben. Sympathiepunkte, anerkennendes Nicken für die rein musikalische Umsetzung sowie nostalgisches Schwelgen in alten Erinnerungen: alles da. Es genügt jedoch ein kurzer Blick auf den Anfang dieser Rezension, um festzustellen: Manchmal ist man scheinbar einfach undankbar.

Tracklist:

01: Deadleaves
02: One Cup Of Coffee Closer To Death
03: Friendly Fire
04: Less Than A Minute
05: Tatooine
06: Art Is No Excuse For Bullshit
07: If Love Is War She´s Got The Neutron Bomb
08: Substance
09: The Old Guys Will Have Their Say
10: The Great Escape
11: Theme Song
12: Fingerprints
13: The Obstacle Race
14: Dial „F“ For Failure
15: Dead Letter Office
16: Flight 815

Alte Kommentare

von joe - Allschoolls 30.10.2008 23:08

Echt gutes Review und stimme mit dir über ein. Live kamm mir das 100% genauso vor.

von FKK 31.10.2008 09:56

und hier von René

von bones 31.10.2008 10:04

nicht nur aufs cover achten...

von FKK 31.10.2008 10:14

das war ein SPAß

von Sophist 31.10.2008 11:30

Mein Geschmack ist wohl weit weg von dem der Allgemeinheit. Ich LIEBE diese CD, ich mochte die Demo schon total und nach dem ich mir die Scheibe beim Konzert in Aachen gekauft habe, hat sie auch etliche Umdrehungen in meinem Player absolviert. Ich finde die Mischung aus Hardcore, Punk und Emo (halt Boysetsfirelike) sehr gelungen! Gerade die ruhigen stellen gehen bei mir unter die Haut, die Lyrics sind auch der absolute Wahnsinn, schad das darüber kein Wort verloren wurde. Für mich ist RTP auf Platte wie auch Live eine echt tolle Band. 10/10

von Nask @ Sophist 31.10.2008 14:57

"Da kommt eine überaus sympathische Band um die Ecke, die musikalisch so einiges richtig macht, gute reflektierte Texte schreibt" passt doch... Ja vocals können noch so geile Songs einfach zerstören

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René

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