Plattenkritik

Rescuer - With Time Comes The Comfort

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Release Date: 15.01.2013
Datum Review: 14.02.2013

Rescuer - With Time Comes The Comfort

 

Es ist nicht zu leugnen, dass sich mit beim Hören von RESCUERs neuem Album “With Time Comes The Comfort” doch häufiger ein wohliges Gefühl, so ein leises Kribbeln im Magen aufgetan hat. Und das soll schon was heißen: Bands, die neuerem, emotionalem Hardcore nachgehen sprießen heutzutage nur noch so aus dem Boden. Fragen wie „Berührt mich das, oder ist es einfach Durchschnitt?“ lassen sich immer schwerer beantworten.
So scheint es, als ob jeder für sich allein eine Art Wall um sich legt, der die Bands beinhaltet, die nachdrücklich Bedeutung für einen haben, die einem wirklich noch Nahe gehen können. Hier, gerade bei einem im Moment so überrannten Genre wie auch (eigentlich) in der gesamten Musikwelt spielt Subjektivität eine sehr, sehr ernst zu nehmende Rolle. Und was soll ich weiter sagen: RESCUER haben es auf jeden Fall in meinen Wall geschafft.

Für Fans von TOUCHÉ AMORÉ, LA DISPUTE und DEFEATER soll diese Musik also laut Infoblatt sein. Da kommt erst mal Schnappatmung. Wenn eine Band mit drei so dermaßen eigenständigen Kapellen verglichen wird bleiben oft nur zwei Sachen: Eine absolute Kopie oder einfach so absoluter Schrott. Gut nur, dass hier das Infoblättchen ein bisschen in die Irre führt. Wer etwas mit allen drei genannten Bands vergleichbares sucht, braucht gar nicht erst reinzuhören. RESCUER haben mit LA DISPUTE so viel gemeinsam, wie ein Baum und ein Stein und von TOUCHE AMORE haben so höchstens das Intro zu „Fell“ geklaut. DEFEATER sind hier wohl eher der Schlüssel.

„With Time Comes The Comfort“ ist modern, emotional und zum großen Glück einfach auch anders. Die Lieder pendeln alle zwischen 1 und 3 Minuten, sind knackig und zeigen sehr schnell auf, worum es den Menschen hinter ihnen geht. Hier gibt es nur sehr wenige Mosh- und Abgehparts, wie sie im modernen Hardcore leider viel zu üblich sind. Nein, es wird mehr Wert auf unterschwellige Melodien, mitreißendes Songwriting und pure Ehrlichkeit gelegt. Dabei kann dieses Album viele Funktionen einnehmen: Es ist sowohl die Platte, die man bei einem gemütlichen Abend mit Freunden, beim Ausheulen in melancholischen Phasen und auch beim Autofahren hört. Das RESCUER offensichtlich eine, wenn auch nicht einmal allzu auffällige oder pregnante Vielseitigkeit hervorbringen ist hier wohl offensichtlich. Stellenweise dann doch mehr an DEFEATER anknüpfend, was die straighte Richtung des Gesamtwerks „Lied“ angeht spielen sich hier kostbare Minuten Musik ab; in meinen Ohren, durch meine Ohren, einmal durchs ZNS und ab ins Herz.

Es wird dabei wohl nicht jedem so gehen wie mir, das ist klar. Aber wenn man sich drauf einlässt kann man in „With Time Comes The Comfort“ einen kleinen Schatz entdecken, der einem doch schon gut etwas bieten kann.

Trackliste:

01. Breathe
02. Birds OF Prey
03. Shame
04. Fell
05. Settled Ground
06. Faded Youth
07. Untitled
08. Bring Me Back
09. Too Far Gone
10. Locked Inside
11. Tides
12. Dead Ends

Alte Kommentare

von Kai-Uwe 15.02.2013 01:02

Wenig Abgehparts? Also ich seh mich beim Hören der Scheibe immer nochmal als 19jähriger in 'nem Circlepit flitzen, wenn ich das Ding höre. Das Namedropping vom Label muss bis auf Defeater 'nen Scherz sein!? Hundredth oder Shai Hulud hätte eher gepasst. Wer melodischen Hardcore mag sollte hier definitiv nen Ohr riskieren!

von Katze im Sack. 15.02.2013 23:35

Oder doch nicht ganz. Hab die Scheibe heute 3 mal gehört und bestellt. Ein dolles Album! Paralellen zu TA gibt es schon, wenn auch subtil. Es wird halt ein klassisches "for FANS of ..."-Ding gewesen sein. Nicht "sounds like". Von daher nachvollziehbar.

von Daharka 16.02.2013 11:11

Stark das eine so unbekannte Scheibe hier rezensiert wird! Hat mich auch umgehauen das Album, nur die Produktion könnte einen tacken druckvoller sein... 8/10

von requos 16.02.2013 17:12

Fette Scheibe!

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Lukas

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