Plattenkritik

Resistance - Lords Of Torment

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Release Date: 26.02.2010
Datum Review: 28.03.2010

Resistance - Lords Of Torment

 

Es ist jetzt knapp zwei Jahre her, dass RESISTANCE mit „Two Sites Of A Modern World“ ihren Schritt in die Richtung des extremeren Metals vollzogen haben. Geglückt ist der Schritt damals nicht wirklich, zu generisch und zu einfallslos klangen die Stücke des Albums, als das man heute noch darüber sprechen würde. Zeit also, neues Material auf den Markt zu schmeißen, um zu zeigen, dass man als Band noch aktiv ist und es vielleicht doch sogar besser kann.

Anno 2010 schimpft sich das neue Zeug der Band „Lords Of Torment“ und der Weg in die Abgründe des Deathcores ist weiter beschritten worden. Mittlerweile klingen RESISTANCE wie eine abgeschwächte Form von WINDS OF PLAGUE (die mit ihrem letzten Album auch schon nicht mehr derart überzeugen konnten) ohne klassische Elemente und weitaus weniger episch. Durch insgesamt zehn Stücke rotzt und grunzt man vor sich her, was das Zeug hält, nutzt die In- und Exhale-Taktik um möglichst böse, kehlige Geräusche zu fabrizieren und verpackt das ganze mit einem vordergründig recht akzeptablen musikalischen Rahmen. Die einzelnen Songs, kommen in sich sehr wuchtig rüber und haben einiges an Intensität zu bieten. RESISTANCE sind böse und das zeigen sie einem nicht nur durch die Blume. Für die rosarote Brille ist es zu spät, hier werden Nägel mit Köpfen gemacht.

Dass diese unglaublich Brachialität aber auch zu Lasten der Eingängigkeit und der Songstrukturen geht, daran scheint keiner gedacht zu haben. Klar, die Songs sind in sich unterschiedlich, weisen die nötigen Nuancen auf, um als eigenständiges Material durchzugehen, letzten Endes bleibt aber nicht viel hängen. Zu sehr prügelt man auf die Hörerschaft ein, als das die Geduld bestehen könnte, das ganze Album am Stück zu hören. Dazu muss aber auch erwähnt werden, dass zum Beispiel der Groove bei „Behind Your Eyes“ tatsächlich sehr packend ist und auch die anschließenden Breakdowns inklusive obligatorischer Dissonanzen durchaus überzeugen können. Dennoch, es würde gut tun, ab und an einfach mal auf die Bremse zu treten und ein wenig Atmosphäre zu schaffen. Diese bleibt auf „Lords Of Torment“ weitestgehend auf der Strecke, wenn man mal vom Titeltrack absieht, welcher sich zu weiten Stücken doch ein wenig auf den klassischeren Hardcore bezieht.

Leider nutzen RESISTANCE die ihnen zu Füßen liegenden Chancen aber zu selten und werden somit der Erwartungshaltung des informierten Hörers gerecht. Es passiert also weitestgehend nichts zwingend neues und wer „Two Sites Of A Modern World“ mochte, wird sich auch mit „Lords Of Torment“ anfreunden können, zumal man in den letzten zwei Jahren dann doch ein bisschen das Songwriting überdacht hat und einige Fehler somit ausbessern konnte. Wenn man sich aber im Deathcore überhaupt nicht heimisch fühlt, sollte man lieber sofort die Finger von dieser Platte lassen.

Tracklist:

01. Requiem
02. Bleed Yourself
03. The Supreme Being
04. Hail
05. F.Y.A.
06. Behind Your Eyes
07. Lords Of Torment
08. Scars Never Die
09. We Can Fight
10. I Can´t Stand

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Alex G.

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rien.

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