Plattenkritik

Richard Swift - Dressed Up For The Letdown

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 28.09.2007
Datum Review: 07.10.2007

Richard Swift - Dressed Up For The Letdown

 

Da steht er nun, mit seinen Luftballons. RICHARD SWIFT wirkt deplatziert, das ist nicht ungewöhnlich für den Musiker, der seine eigenen melancholischen Pop-Songs nicht ernst nimmt, und sich konstant selber auf die Schippe nimmt.
Aber eine diebische Freude daran hat er, das muss man ihm zugestehen.

Schon im Uptempo Titeltrack nölt SWIFT verkatert „It’s time for the show“, wie ein Mann, der nicht mehr weitergehen will, nur um gleich danach mit gedämpften VAN DYKE PARKS Bläsern ein verschmitzt grinsendes „who cares?“ einzuschieben. Die Welt ist grausam, das Leben hart, die Depressionen kaum zu überwinden, aber all das sollte nicht die Freude mindern, an der unfreiwilligen Komik der ganzen Geschichte. „Dressed Up For The Letdown“ ist der Nachfolger zu den beiden Mini-Alben „The Novelist“ und „Walking Without Effort“ und in gewisser Hinsicht hat sich etwas getan, mit dem Wechsel zu „Saddle Creek“. Opulenter, theatralischer ist es geworden, erinnert damit an die reich instrumentierten Pop-Kunstwerke eines DIVINE COMEDY, benutzt die erweiterten Mittel aber gleichzeitig, um der Tragik den Ernst, und damit den Schrecken zu nehmen.
Dabei platziert sich SWIFT gekonnt irgendwo zwischen den kompositorischen Fähigkeiten Damon Albarns und cleverem Klavierpop im BEN FOLDS Stil, hält sich dabei aber auch kleinere Ausflüge in Richtung Vaudeville und DUKE SPECIAL offen.
Etwa das wunderbare „Kisses For The Misses“, das eine Geschichte von Einsamkeit und den Lebenslügen einer Pop-Prinzessin und tatsächlich, der Promoter erzählt keine Märchen: „We are all alone, cause nobody cares – ba-dup-pa-dah“, trifft all das was RICHARD SWIFT ausmacht ziemlich genau. Gelegentlich schon wurde dem Singer/Songwriter der Titel des nächsten DYLAN, des geistigen Nachfolgers ELLIOT SMITHS attestiert, möglich ist das alles, aber SWIFT braucht sich nicht an dem stoischen Ernst dieser mythisch verklärten Figuren zu messen, es stünde ihm nicht. Es ist der klare Blick, der Humor in allen Lebenslagen, letztendlich die charmante „Fuck It All“ Attitüde, die SWIFT herausstechen und „Dressed Up For The Letdown“ zu einem äußerst gelungenen Album macht.

Tracklist:

1. Dressed Up For The Letdown
2. The Songs Of National Freedom
3. Most Of What I Know
4. Buildings In America
5. Artists & Repertoire
6. Kisses The Misses
7. P.S. It All Falls Down
8. Ballaf Of You Know Who
9. The Million Dollar Baby
10. The Opening Band

Autor

Bild Autor

Dennis

Autoren Bio

Suche

Social Media