Plattenkritik

Rival Consoles - Kid Velo

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Release Date: 24.06.2011
Datum Review: 06.07.2011

Rival Consoles - Kid Velo

 

Sind wir hier wirklich bei einem Album von Erased Tapes. Ist das wirklich der gleiche Ryan L. West aka Rival Consoles der mit IO noch ein experimentell flirrendes elektronisches Album vorgelegt hat. Der bei Helvetica noch ein Klavier im Sinne seiner Labelkollegen Peter Broderick oder Nils Frahm verwendete. Dieselbe Person die einem jetzt die Synthesizer nur so um die Ohren haut.

Zurück zum Start. Bereits ein halbes Jahrzehnt ist vergangen als zwei unbedarfte Franzosen den Rock zurück in die elektronische Musik brachten. Es durfte nicht nur, nein es war sogar schick seine Mähne zu dem French House aus dem Ed Banger Label zu schütteln. Nun macht sich Ryan L. West auf diese Phase nochmals aufleben zu lassen und wenn er schon dabei ist die Musik weiter zu öffnen.

Nochmal das Ganze. Electro-Clash ist tot, lang lebe Rival Consoles. Clubtauglicher kann elektronische Musik prinzipiell nicht sein, oder passiert dem standardmäßigen Technohörer hier schon wieder zuviel. Denn nur simple Beats, welche immer voll auf den 4/4 Takt treffen, kann Ryan L. West nicht bieten. Hier knistert und kratzt es an jeder Ecke. Etwas Glockenspiel an der einen und Synthieflächen an der anderen - vielleicht auch einfach alles auf einmal.

Jetzt sind wir mal ehrlich, was hier mit Kid Velo vorgelegt wurde hat man so weder von dem Label, noch von dem Musiker erwartet und dennoch packt es von der ersten Sekunde an zu. Sphärische Klänge paaren sich im klassischen House schamlos mit Ravebässen. 8-Bit Melodien schwurbeln immer mal wieder dazwischen und dennoch wirkt alles wie aus einem Guss. Die experimentelle und bisweilen durchaus auch dunkle Atmosphäre der Vorgänger ist hier erstmal vergessen, dieses Album will Tanzen.

Bei „I Left The Party“ lässt West dann doch durchaus mal seine düsterere Seite, in einem verspielten Track mit The Knife Anleihen, durchblicken. Jedoch erst bei dem darauffolgenden „Vos“ legt sich ein Schatten über das Album, ohne dabei jedoch aus dem Tritt zu kommen. Es wird kurzweilig etwas aggressiver, um bei „Guitari“ dann jedoch schon wieder in den vorher angepeilten Strom zu gleiten. Ein Party mit so illustren Gästen wie Thomas Bangalter, Stuart Price, Gaspard Auge, Karin Dreijer Andersson, Rick Smith, Tom Rowlands oder auch Axel Fowley möchte Kid Velo sein.
Das Album schiebt auch vordergründig auf die Tanzfläche, hat indes aber noch mehr zu bieten als der übliche Clubfüller. Es taugt auch zum Kopfhöreralbum, um die Klangwelten jenseits des 4/4 Takts der Rival Consoles zu entdecken.

1. Kid Velo
2. Into The Heart I
3. S.P.K.R.S.
4. Amiga
5. I Left The Party
6. Vos
7. Eve
8. Guitari
9. Rosenthal Road
10. Into The Heart II
11. After Ed.

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Kilian

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