Plattenkritik

Roll The Tanks - Broke Til Midnight

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Release Date: 30.05.2014
Datum Review: 22.05.2014

Roll The Tanks - Broke Til Midnight

 

Wenn sich ROLL THE TANKS-Chef Danny Carney indirekt als erstes Ziel Dave Grohl vor die Linse holt, ist Vorsicht geboten. Eine passende neue Labelheimat, knappe sechs Jahre Buehnenluft und den Proberaum mittlerweile im Herzen des Rock'n'Roll-Molochs Los Angeles - auf dem Papier stehen alle Sterne fuer "Broke Til Midnight" goldrichtig.

Laeuft das Album des zugezogenen Quartetts erst einmal warm, schliesst sich schnell der Kreis: Von TOM PETTY ueber die BUZZCOCKS und die MENZINGERS bis hin zur souligen Retropeitsche der THE HIVES reichen die Referenzen, die Songs wie "24th & Buckets" oder "Goodnight Jimmy Lee" zu wahren Wohlfuehlfaktoren verknuepfen. ROLL THE TANKS klingen dabei nach klarem Kopf und unverkrampft und schuetten von lockerem Groove bis losgeloestem (Punk-)Rock soviele Zutaten in ihre Ruehrschuessel, dass ihr Kuchen am Ende nicht nur das engstirnigste Maul stopft.
Der Titelsong schielt aus Richtung Strand und Collegeradio, zu "Waiting On A Storm" duerfen alle Arme fremdschamlos in die Luft geworfen werden - als waere der Festivalsommer wichtiger als Atmen. Statt ihrem Sound unnoetige Haerte oder zu gewollt Druck einzuverleiben, verlassen sich Carney, Basser Mike Wakeham sowie Gitarrist Aaron Stuart und Drummer Joe Sirois auf den songwriterischen Spirit einer Zeit, in der noch "echte Hits" das Licht der Welt erblickten. "Computer Money" koennte so auch in den spaeten Sechzigern entstanden sein - nimmt man nur das Textliche aus dem akustischen Melancho-Schrammelpopsong. "Lock Your Daugthers Up" spielt mit flockiger Gitarre und locht zwischen JIMMY EAT WORLD und neuen AGAINST ME! ein, waehrend sich "Toeing The Line" zuvor als zu naiv fuer Stadionrock, aber zu erwachsen fuer Radiopop vorstellt.
"Broke Til Midnight" sind ROLL THE TANKS nach eigener Aussage immer, wenn ihr Paycheck erst mit dem neuen Kalendertag zum Bezahlen der Drinks taugt. Genauso von der Hand in den Mund klingen die dreizehn Songs, die mit "Hornet" nicht mal folkigen Lagerhaus-Indierock scheuen. Kaum zu glauben, dass der LIT-Verschnitt "My Soapbox" nur wenige Minuten spaeter auf demselben Longplayer praesentiert wird. Genau in dieser unaufdringlichen Variablen liegt die Staerke der Wahlkalifornier, die - so scheint es - alle zunehmend gewonnenen Sonnenstunden direkt in ihren musikalischen Output pumpen.

Trackliste:

01. 24th & Buckets
02. Broke Til Midnight
03. Toeing The Line
04. Waiting On A Storm
05. Goodnight Jimmy Lee
06. Computer Money
07. Record Players
08. Hornet
09. Lock Your Daughters Up
10. Assumption Army
11. Insufficient Funds
12. My Soapbox
13. Pistolero

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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