Plattenkritik

Rubber Gun - Grease Up

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Release Date: 01.01.1970

Rubber Gun - Grease Up

 

Ein Blick ins Booklet gemahnt an Johnny Rottens Altkleidersammlung, die Info beseitigt letzte Zweifel: Rubber Gun sind Sex Pistols Fans erster Stunde und waren bei Entstehung dieses Albums vor 15 Jahren wahrscheinlich Hollands lärmenster Anachronismus. Aber gut, CD-Käufer sind ja mittlerweile durchschnittlich über 40, die letzte Jugendbewegung auch schon was her, Pop/ Rock also eine sich mehr oder weniger selbst kopierende Bewegung, da ist es sicherlich nicht verkehrt auf die richtigen Vorbilder zu setzen. Allerdings fehlt ein wenig das nihilisitsche Moment, welches einem bei Songs wie „Anarchy in the UK“ entgegenschlägt, das gerollte R, der sich überschlagende Irrsinn in Rottens Stimme. Unbewusst drängen sich eher Parallelen zu solch 77er Skurilitäten wie Niki and the Corvettes auf, ohne aber dass Rubber Gun zu sehr in bubblegumesquen Gewässern fischen. Was bleibt ist grundehrlicher, von allem überflüssigen Anhang befreiter Punkrock im Urzustand (bleibt zu bedenken, dass auch die Sex Pistols letzten Endes nur vier Killer-Singles hatten).

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Jens

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