Plattenkritik

Russian Circles - Geneva

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Release Date: 20.01.2009
Datum Review: 07.12.2009

Russian Circles - Geneva

 

Sie werden netter. RUSSIAN CIRCLES machten instrumentalen Postrock einst interessant, indem sie abgenutzten halbakustischen Ausflügen sowie Tremolocollagen mit rockigen bis metallischen Riffs, ordentlich Feedback wie Dreck das nötige Maß an Spannung verliehen. Mit „Stations“ fand man in Punkto Songwriting die Mitte, schaffte ein Album, welches schon jetzt als Genreklassiker betrachtet werden darf.

„Geneva“ nennt sich das dritte Album im Bunde. Man wollte sich wohl nicht auf den Lorbeeren des Vorgängers ausruhen. Lediglich ein Jahr Abstand zum letztem Album – da muss entweder ein unüberlegter Fehlschuss oder einfach ein kreativer Überschuss vorliegen. Doch bleiben wir eher bei sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen: Sie haben sich wieder weiterentwickelt, wieder mit den Möglichkeiten gespielt, nicht einfach ein zweites „Stations“ aufgenommen. Das war ja auch nie die Devise dieser Band, schon „Enter“ klang ganz anders als das was darauf folgen sollte.

Mit zerbrechlichen Fingerspitzengefühl kommt man beispielsweise in „Melee“ daher: Sanfte Streicher, atemlose Melodie; eben großer Pathos wie man ihn von RUSSIAN CIRCLES gewohnt ist. Gitarren, die gibt es immer noch, ja sogar Feedback: Nur nicht die großen Ausbrüche. Lediglich der Titeltrack kommt etwas bissiger daher, und auch „Malko“ nimmt mit schier hyperaktiver Melodie Kurs auf entladenere Sphären. Ansonsten sind RUSSIAN CIRCLES eher handzahm geworden, wollen in Stücken wie „Hexed All“ oder „Philos“ mehr ihrer verträumten Seite freien Lauf lassen.

Warum „Geneva“ auch im Jahre 2009 noch spannender als vieler seiner Genrekontrahenten ist liegt letztendlich jedoch daran, dass RUSSIAN CIRCLES es immer noch am besten verstehen, Spannungsbögen zu formen. Selbst wenn dem Krach die Schönheit gewichen ist und selbst, wenn sich das hier gebotene nicht mehr ganz mit den Qualitäten des Vorgängers messen kann, so schafft man auf „Geneva“ immer noch eindrucksvoll bedrohlichere Sphären, welche das Schöne erst so schön und das Songwriting so erfrischend und aufregend machen. RUSSIAN CIRCLES sind vielleicht netter geworden; aber nicht irrelevant.

Alte Kommentare

von kritiker 06.12.2009 19:21

nee... sry, die erste platte war der hammer, die zweite war auch geil... aber die hier kann nun wirklich nicht mehr so viel... leider...

von Raphael 07.12.2009 00:32

stimmt schon. zieml. schwach, stellenweise schon echt langweilig. von mir höchstens 5.

von fu 07.12.2009 01:22

sie hat ihre momente. raphael, was sagste denn zum gesang, findste den auch langweilig?

von Olivier H. 07.12.2009 15:11

Also schlecht find ich sie jetzt keineswegs. Nur steht das Teil halt einfach im ziemlich großen Schatten seines Vorgängers/seiner Vorgänger...

von Matthias Geschmaxpolizei 08.12.2009 13:46

Echt schade, der Vorgänger war wirklich großartig, hier plätschert alles so vor sich hin. Einige gute Stellen, aber fesselt mich leider nicht ansatzweise so wie die "Station"

von kritiker 08.12.2009 17:44

ne ne das liegt nicht daran dass die davor so gut waren... hätte ich sie unabhängig der existenz einer enter oder station gehört, wäre geneva auch net mehr als "ok"...

von Olivier H. 08.12.2009 17:53

Hätte ich sie Unabhängigkeit von den beiden vorigen Alben gehört wäre ich sehr angetan gewesen. Dann würde ich zwar sagen: Okay, da gibts noch viel zu verbessern, und okay, da sind teilweise längen drin, aber ich fänd sie gut, doch doch.

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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