Plattenkritik

SAM ALONE & THE GRAVEDIGGERS - Tougher Than Leather

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 18.03.2016
Datum Review: 19.02.2016
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Believers And Renegades
2. Gardens Of Death
3. Shine
4. God's Not Around
5. Coffins And Dog Tags
6. Gifted
7. Another Mile
8. Sacrifice
9. Tougher Than Leather
10. Shadow Of The Hero
11. Crucify

Band Mitglieder

 

Apolinário Correia aka Sam Alone – vocals, guitar
The Gravediggers:
Nuno Marques aka Guru - drums
Pedro Matos - rhythm guitar
João Ricardo - lead guitar
Ricardo Cabrita - keyboards
Roy Duke - bass and double bass

SAM ALONE & THE GRAVEDIGGERS - Tougher Than Leather

 

Hört man sich "Tougher Than Leather" von SAM ALONE & THE GRAVEDIGGERS ohne Hintergrundinformationen an, so geht man schon nach den ersten Tönen des Albums davon aus, dass man es hier ganz bestimmt mit einer amerikanischen Band zu tun hat. Tatsächlich verbirgt sich hinter SAM ALONE jedoch ein gewisser Poli Correia, der einigen möglicherweise auch als Frontmann der portugisischen Hardcore-Band DEVIL IN ME bekannt ist. Bei THE GRAVEDIGGERS mischt unter anderem auch Pedro Matos mit, ebenfalls Mitglied von DEVIL IN ME.

 

Was Poli und seine Totengräber auf "Tougher Than Leather" zusammenschustern hat allerdings nichts mit Hardcore zu tun und auch traditionelle portugiesische Töne sucht man vergebens, SAM ALONE & THE GRAVEDIGGERS klingen durch und durch amerikanisch. Auf "Thougher Than Leather" zelebrieren sie Americana-durchtränkten Folk-Rock, bei dem der Einfluss von BRUCE SPRINGSTEEN quasi allgegenwärtig ist. Doch auch ein BRIAN FALLON (der natürlich selbst massiv vom Boss beeinflusst wurde) hinterlässt seine Spuren, der Opener "Believers & Renegades" erinnert z.B. sehr an die Frühwerke von THE GASLIGHT ANTHEM. Den Vorbildern entsprechend findet sich auf "Tougher Than Leather" dann auch eine sehr schöne Ansammlung von Working-Class-Hymnen, Protestsongs und poetischen Lagerfeuermomenten. Poli aka SAM ALONE beweist sich dabei als fähiger Geschichtenerzähler und kann zudem mit seinem warmen und leidenschaftlichen Gesang punkten, der stimmlich dann auch tatsächlich irgendwo zwischen SPRINGSTEEN und FALLON liegt. Seine Band beschert ihm dafür ein wunderbar organisches Fundament, mal rein akkustisch, mal rockig, stets umweht von einem Hauch Romantik und Nostalgie. Wer also mit den bereits genannten Einflüssen etwas anfangen kann und auch der Musik eines CHUCK RAGAN oder ROCKY VOTOLATO nicht ganz abgeneigt ist, sollte SAM ALONE & THE GRAVEDIGGERS unbedingt mal ein Ohr schenken. Alles in Allem bekommt man hier zwar kein ausgesprochen originelles, ja nicht mal ein sonderlich eigenständiges, dafür aber ein sehr schönes und mit viel Herzblut präsentiertes Album.

 

Es fällt mir tatsächlich schwer Highlights herauszupicken, das ganze Teil wirkt wie aus einem Guss und animiert konstant zum Mitwippen, Mitgrölen und zu nostalgischem Schwelgen. Anspieltipps sind aber auf jeden Fall das treibende "Gardens Of Death", das beschwingte und mit einem Touch Country versehene "God's Not Around" und natürlich die Titelhymne "Tougher Than Leather".

 

Autor

Bild Autor

Hans

Autoren Bio

Meine großen Leidenschaften: Literatur und laute Musik. Plattenkritiken liegen nahe.

Suche

Social Media