Plattenkritik

SCHMUTZKI - Spackos Forever

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Info

Release Date: 05.08.2016
Datum Review: 03.08.2016
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Hey Hater
2. Spackos Forever
3. Baustelle
4. Jesus Schmutzki (Vinyl Version)
5. Was immer auch kommt
6. Tyrannosaurus Ex
7. Zeltplatz Baby
8. Ohne Witz
9. Lauter Träumen
10. Sauflied
11. Dein Song
12. Blau
13. Nie mehr Drama
14. So durch

SCHMUTZKI - Spackos Forever

 

Wer ist SCHMUTZKI? Wir sind SCHMUTZKI!
Während die Festivalbühnen 2015 vor allem in der Hand der üblichen Verdächtigen, wie den TOTEN HOSEN oder den FOO FIGHTERS, waren, gehörte der Camping-Platz in diesem Jahr vor allem einer Band: SCHMUTZKI. Immer bereit zu weit zu gehen. Immer mit dem MOB im Rücken. Immer mit jeder Menge Spaß, guter Laune, T-Shirts und jeder Menge Alkohol/Wulle im Gepäck, machten die 3 Stuttgarter die Festival-Campingplätze der Republik unsicher.
2015 waren SCHMUTZKI omnipräsent. Auf jedem (egal ob großem oder kleinem) Festival, auf jedem Campingplatz, in jedem Zelt, beinahe überall konnte man die roten T-Shirts, Sticker und Bierdosen wiederfinden. Der selbst ins Leben gerufene SCHMUTZKI-Mob verselbständigte sich und wuchs von Wochenende zu Wochenende, von Festival-Tag zu Festival-Tag. Aus 100 wurden 200, aus 200 wurden 400, aus 400 wurden … Kein Festival, kein Camping-Platz ohne SCHMUTZKI.
SCHMUTZKI sind die Meister des Marketings und wissen genau wie schnell man, gerade im schnelllebigen Musikbusiness, in Vergessenheit gerät. Daher und um weiterhin von der Omnipräsenz aus dem letzten Jahr zu profitieren, werfen SCHMUTZKI 2016, schon rund ein Jahr nach ihrem Debüt-Album „Bäm!“, mit „Spackos Forever“ ihr zweites Album auf den Markt.
„Spackos Forever“ bildet, sowohl textlich als auch musikalisch, die perfekte Fortsetzung zu „Bäm!“. Noch immer sind SCHMUTZKI die feierwütigen Außenseiter vom Zeltplatz neben an, die auf der Suche nach der besten Zeit ihres Lebens sind. Jung, voller Adrenalin, voller Energie, immer mit einer Pulle Bier in der Hand und der nötigen Portion Unsinn im Kopf.
Musikalisch bewegen sich SCHMUTZKI irgendwo zwischen aggressivem, vorlautem Pop und deutschem-gute-Laune-Party-Punk. KRAFTKLUB treffen auf BAD RELIGION und DIE TOTEN HOSEN.
Auf „Spackos forever“ rechnen SCHMUTZKI auf ihre ganz eigene, humorgeladene, ironische Weiße mit ihren Hatern, Nazis, Ex-Verflossenen, aber auch der Punkerpolizei ab und schrecken nicht davor zurück sich selbst zu „Jesus Schmutzki“ zu ernennen. Im Prinzip möchte man aber vor allem eins: feiern, jung sein und einfach eine gute Zeit haben, ganz egal was gerade textlich angesprochen wird. Daher gerät es auch beinahe in den Hintergrund dass die Texte eher primitiv gehalten und sich nicht jede Textzeile perfekt an die zu vorige anpasst.
SCHMUTZKI sind der Gegenentwurf zu all den melodischen, gerade beinahe zu aus den Boden sprießenden, Emo-Punk Post-Hardcore-Bands, die mit verschachtelten, durchdachten, undurchsichtigen Texten, versuchen die Welt zu erklären. Die Stuttgarter mögen es primitiver, einfacher, nicht verschachtelt und depressiv, sondern durchsichtig und einfach.

„Wir brauchen ein Sauf-Lied, bei dem man mitsingt, wenn man Bier und Wein und Schnaps trinkt.
Denn mit Punk-Rock verdient man kein Geld, doch mit einem Sauf-Lied kommt man ins Festzelt.“

Das, was SCHMUTZKI machen, ist noch immer „mehr Pop, als Punk. Mehr Disko, als kleines, abgewracktes Jugendzentrum. Punk für die große Masse.“ Und hier und da auch ziemlich berechnend und auf den nächsten Ohrwurm/Hit aus. Aber damit hat man sich abzufinden. Entweder man mag SCHMUTZKI oder man hasst SCHMUTZKI. Sowohl textlich als auch musikalisch ist "Spackos Forever" kein Meisterwerk (und ob man sein Album wirklich "Spackos forever", wenn es denn von Spastiker kommt, nennen muss, sei auch mal dahin gestellt), aber es macht irgendwie Spaß den 3 Stuttgartern zuzuhören. SCHMUTZKI hauchen den Festivals neues Leben ein und sind vor allem dafür da. Die CD, das Album ist dabei eher Mittel zum Zweck. Mittel um Live spielen zu können. Und das ist gut so. „Spackos Forever“ strotzt nur so vor guter Laune und bringt das Festivalfeeling etwas ins heimische Wohnzimmer. Also warum nicht anstatt sich zum x-ten mal VOLBEAT auf der Rock am Ring Mainstage anzuschauen eine nur so von Anarchie und guter Laune strotzende Party auf dem Capingplatz abfeiern.
Das ist stumpfer Party-Punk, der polarisiert. Aber warum soll Punk-Rock nicht das dürfen was Pop, Schlager, Elektro und Co. Schon seit Jahren tun?

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Janik

Autoren Bio

Janik E. // 21 // love music. hate fascism.

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