Plattenkritik

Samael - Above

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Info

Release Date: 06.03.2009
Datum Review: 04.02.2009

 

Eine der dienstältesten Black Metal Bands steht parat, um ihren „Above“ betitelten Erguss der Interpretation zugänglich zu machen. Wobei SAMAEL mehr sind als im Schwarzen verwurzelt, sie fischen auch in der Dunkelheit und haben immer schon ihre Klangwelten mit elektronischen Zäunen umschlossen. Sie sind nach überwiegender Ansicht sogar die Begründer des Genres Industrial Black Metal, gerade das wegweisende „Passage“ Album von 1996 zementierte diesen Status. Charakteristisch für den Sound der Schweizer sind im Besonderen der Drumcomputer und im Allgemeinen der Synthesizer, die auch „Above“ wie ein Uhrwerk ticken lassen und nicht mehr weggedacht werden können, ohne dass der Erfolg entfiele. Erfolg heißt in diesem Zusammenhang elektronisch verschneite Klangwelten, die morbide Schattierungen aufweisen. „Above“ besticht zusätzlich durch unterschwellige Melodiebögen, die teilweise die majestätischen BATHORY wiederauferstehen lassen, und durch eine hohe Grundgeschwindigkeit. Letztere ist etwas überraschend, denn für ihre Verhältnisse ist das Songmaterial sehr brutal ausgefallen, so dass ein Schritt weg vom Dark und zwei Schritte hin zum Black konstatiert werden muss. Aber SAMAEL wären nicht SAMAEL, hätten sie nicht auch eine lodernde Dynamik in ihr Schaffen gebaut, die Tempiwechsel und Abwechslung garantieren. Was etwas missfällt ist die stimmliche Darbietung Vorphs, der böse - ja - aber eindringlich - nein - intoniert, es fehlt daher stimmlich fabrizierte Gänsehaut. Auch ist das Ergebnis des Studioaufenthalts sehr wuchtig, aber etwas untransparent und fast schon matschig ausgefallen. Vielleicht wäre hier etwas weniger viel mehr gewesen. Darüber kann aber bei einer Band des Kalibers SAMAEL hinweggesehen werden, denn „Above“ hat einige starke Songs parat und überzeugt durch einen bandinhärenten Flair der Einzigartigkeit.

Tracklist:
01. Under One Flag
02. Virtual War
03. Polygames
04. Earth Country
05. Illumination
06. Black Hole
07. In There
08. Dark Side
09. God's Snake
10. On The Top Of It All

Alte Kommentare

von awgtwat 04.02.2009 17:53

waren beim metalfest unglaublich langweilig.. das erste mal von denen da gehört - hat mir aber schon gereicht. unglaublich beschissener industrial aufguss, irgendwie einfach nur ätzend.

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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