Plattenkritik

Satanic Surfers - Taste the Poison

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 01.09.2005

Satanic Surfers - Taste the Poison

 

„Taste the Poison“ heißt es also, das neue Album meiner Jugendhelden aus Schweden. Kaum ein Mixtape schaffte es früher in den Kassettenrekorder, das nicht wenigstens einen Song von so legendären Alben wie „Keep Out“, „Hero of our Time“ oder „666 Motor Inn“ beherbergte. Glücklich waren deijenigen, die sogar noch ein Original der „Skate to Hell“ ihr Eigen nennen durften.

Das alles ist jetzt schon eine Weile her und die letzte Platte die ich mir von den Surfers zulegte war die „Going Nowhere Fast“. Hatten die (damlas noch vier) Schweden mit dieser Scheibe zwar schon neue Töne angeschlagen, konnte mich „Going Nowhere Fast“ doch immer noch überzeugen und findet auch heute noch des Öfteren den Weg auf den Plattenteller. Nach diesem Release habe ich mich dann kaum noch um die Veröffentlichungen der Band gekümmert. Was ich bei Freunden die den Satanic Surfers die Treue hielten hörte, sprach mich nicht wirklich an und erschien mir einfach unwichtig. Umso interessanter war es nun mich mal wieder intensiver mit dem neuesten Machwerk aus Malmö zu beschäftigen. Leider muss ich sagen, dass ich immer noch der Meinung bin, dass die Satanic Surfers ihren Zenit überschritten haben und auch mit „Taste the Poisen“ nicht an ihre Vorgängeralben heranreichen können. Was mir fehlt sind einfach die typischen surferschen Spielereien die z.B. „Hero of our Time“ so einzigartig machten. Schlagzeuger und Sänger Rodrigo hatte ja schon seit längerer Zeit seinem Drumhocker gekündigt um sich ganz dem Singen zu widmen, dass Bassist Tomek die Band verlassen hat war mir jedoch neu (wie gesagt, ich habe mich schon lange nicht mehr nach den Satanic Surfers erkundigt). Auf „Taste the Poison“ zupft jedenfalls Andy Dahlström die vier Seiten, was vielleicht ein Grund für den Verlust der von mir vermissten Verspieltheit sein mag. Tomek war für mich neben Matt Freeman von Rancid immer der beste und beeindruckendste Bassist der mir im Punkrock untergekommen ist und so verwundert es nicht, dass mir an „Taste the Poison“ eine wesentliche Charaktereigenschaft der Band fehlt. Rodrigos Gesang hat für meinen Geschmack auch an Aggresivität und Energie verloren. Zwar merkt man ihm an, dass er sich mittlerweile mehr auf die Vocals konzentrieren kann, irgendwie klingt mir das Ganze aber zu sehr nach Bands wie Strike Anywhere und Rise Against, was nicht negativ sein muss, dem ganz speziellen Satanic Surfers Sound allerdings entgegenwirkt.

Alles in allem muss man sagen, dass sich „Taste the Poison“ zwar schon noch nach Satanic Surfers anhört, mir aber nicht mehr viel von dem geben kann warum ich mich als Satanic Surfers Fan bezeichnen würde. Ich mochte die Band zu „Skate to Hell“ und „Keep Out“ Zeiten immer wegen ihrer verrückten Lyrics die sich rund ums Skateboard drehten, ich war äußerst beeindruckt von ihrem Bassisten und habe sie, nachdem Rodrigo neben dem Schlagzeug auch den Gesang übernahm, immer als die verrückte Liveband mit dem singenden und derbe abgehenden Drummer verehert. All diese Eigenschaften finde ich heute bei den Satanic Surfers nicht mehr wieder. Natürlich darf sich eine Band weiterentwickeln, dass dabei ein paar Fans auf der Strecke bleiben lässt sich allerdings auch nicht vermeiden.

Tracks:
# 1 Callousness
# 2 Who Prospers?
# 3 Weight On My Shoulders
# 4 False Ambitions
# 5 Stranglehold
# 6 Blood On The Sidewalk
# 7 Lead Us To The Gallows
# 8 U+I R 1
# 9 Restless Anger
# 10 Down In Fire
# 11 One By One
# 12 Malice & Spite
# 13 Rise

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Konstantin

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