Plattenkritik

Schrottgrenze - Das Ende unserer Zeit

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Release Date: 01.01.1970

Schrottgrenze - Das Ende unserer Zeit

 

10 Jahre gibt es die Jungs, die sich im beschaulichen Peine gefunden haben, bereits. Sowohl musikalisch als auch besetzungs- und labeltechnisch hat sich in der Dekade eine Menge getan und SCHROTTGRENZE haben sich sogar regional verändert und sind nach und nach in Hamburg gelandet. Mit dem anfänglich zelebrierten und mit dem Bandnahmen noch immer assoziierten Deutschpunk hat das Quartett definitiv nicht mehr viel gemein. Nach der "Belladonna" EP Anfang dieses Jahres konnte man den eingeschlagenen Pfad von SCHROTTGRENZE schon recht gut skizzieren, doch mit dem letztendlichen Resultat das "Das Ende unserer Zeit" repräsentiert, hat man wohl nicht gerechnet. Bewegen sich SCHROTTGRENZE zwar musikalisch irgendwo zwischen der Poplastigkeit von "Vaganten und Reneganten" und den doch eher rockigen Anleihen von "Belladonna", wirkt der Sound wesentlich ausgereifter und opulenter und kann einer gewisse Detailverliebtheit nicht entbehren. Die raue Hansestadt scheint ebenfalls den Sound auf "Das Ende unserer Zeit" geprägt zu haben, und ein melancholischer Unterton scheint stets präsent. Drummer, Sänger und Songwriter Alex prägt mit seinen emotionalen und intimen Lyrics jedoch besonders die einzelnen Songs. Konkrete, dem Alltag entnommene Momente werden lyrisch zu einem äußert persönlichen Bild gesponnen welches einen besonderen Zauber entwickelt. Das grandiose "Zwilling da draußen" bereitet mir aufgrund seiner ausgesprochenen Intimität sogar Unbehagen. Bestimmte Emotionen vom Abschied und Verlusten finden sich wie ein roter Faden in den 14 Tracks der Albums wieder und scheinen seinen Titel geprägt zu haben. Was die Band geritten hat, als sie sich eines Refrains von GEORGE MICHAEL bedienen oder Textpassagen von TOCOTRONIC anführt wird mir wohl weiterhin ein Rätsel bleiben. Eigenständig und mit einer gelegentlich aufblitzenden Portion Punkrock nehmen SCHROTTGRENZE dann doch in einer Ecke mit Größen wie BLUMFELD und KETTCAR platz, obwohl sich ihr wunderschöner Soundtrack des Alltags weitaus weniger kopflastig und direkter zeigt.

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Torben

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Allschools Chef

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