Plattenkritik

Schwule Nuttenbullen - Die Deutschrocknacht

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Release Date: 17.10.2014
Datum Review: 23.03.2015

Schwule Nuttenbullen - Die Deutschrocknacht

 

Schwul ist Cool. Schwuler ist Cooler.

Verwirrung herrscht als die ersten Zeilen auf "Deutschrocknacht" erklingen. Singt hier etwa eine Frau? Nach dem Bandnamen, dem komisch dreinblickenden Mann auf dem Plattencover und den ersten Gitarrenspuren, hatte man sich sein Bild des Sängers, vor dem inneren Auge, schon ganz genau ausgemalt. Und auf einmal setzt eine Frauenstimme ein - Überraschung!
Gerade daran gewöhnt herrscht schon wieder Verwirrung. Diesmal noch Größere. Song 3 - Auf einmal ist die Frauenstimme wieder verschwunden und eine Männerstimme zu hören. Hää?! Wer, wie, was ist denn jetzt DIE SCHWULEN NUTTENBULLEN?

DIE SCHWULEN NUTTENBULLEN machen schlauen, schnellen, impulsiven Punkrock mit noch schlaueren Texten. Wie für Spastic Fantastic Bands üblich, dauert dabei fast kein Song länger als 2 Minuten, was allerdings perfekt zu dem rau, aber auf keinen Fall schlecht, produzierten Sound passt. Dieser hat hier und da ein paar Ecken und Kannten, sorgt aber für den punkigen, rohen Charme, den auch schon das Albumcover versprüht.
Der weibliche und der männliche Gesang harmonieren perfekt und hat man sich erst einmal an die ungewöhnliche Konstellation gewöhnt, beginnt der Spaß so richtig.

DIE SCHWULEN NUTTENBULLEN schwanken zwischen TURBOSTAAT und NXD, CONMOTO und MANN KACKT SICH IN DIE HOSE. Manche Songs klingen nach klassischem, kranken Hardcore, andere dagegen nach etwas härter durchgezogenem norddeutschen Studentenpunk.
Würde man TURBOSTAAT auf Drogen setzen, ihnen CONMOTO an die Seite stellen, den Sound verstellen und in ein Studio einschließen, könnte eine zweite "Deutschrocknacht" entstehen. Wem NXD zu krank und TURBOSTAAT zu langweilig ist, der sollte schnellstmöglich zu den SCHWULEN NUTTENBULLEN greifen.

Trackliste:

1.Dein Deutschland 01:06
2.Pitbull Politics 01:46
3.Erdogan 01:36
4.30000 Schneeberge 01:55
5.Lieber 1000 Jahre 01:20
6.Reiseführer 04:39
7.Ausschuss 01:14
8.Standards 01:55
9.Alle Blickrichtungen 01:16
10.Solo für Zwei 01:44
11.Gorilla 02:32
12.Ich bin ein T-Shirt 03:10
13.SNB 01:19

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Janik

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Janik E. // 21 // love music. hate facism.

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